Neuerscheinung zu Arno Schmidts 25. Todestag am 3. Juni 2004, herausgegeben von Rudi Schweikert - schon in der 2. Auflage!!
Eine in dieser Form und Anzahl der Beiträger einzigartige Zusammenstellung von sehr persönlichen Leseerfahrungen über einen Zeitraum von über 50 Jahren, wie es sie für keinen anderen Autor der Literaturgeschichte gibt. In 100 Statements und Geschichten erzählen Schmidt-Leser, wie sie zu dem Autor und seinen Büchern gefunden haben, was die andauernde und immer wieder neue Faszination ausmacht und wie Schmidt ihre Lesegewohnheiten geprägt und verändert hat. Eine überaus spannende und unterhaltsame Geschichte des Lesens von der Nachkriegszeit bis heute.
Unter anderem finden sich in dem Band Beiträge von Hans Wollschläger, Gerhard Zwerenz, Jan Philipp Reemtsma, Bernd Rauschenbach, Jörg Drews, John E. Woods, Heiko Postma, Friedhelm Rathjen, Josef Huerkamp, Wolfgang Martynkewicz, Hartwig Suhrbier, Joachim Hammann, Werner Fuld, Wolfram Schütte und Hubert Maessen.
Mit bisher unveröffentlichten Schmidt-Fotos von Jürke Grau und einem interessanten Notizzettel von Arno Schmidt.
Und so fängt meine eigene Geschichte in diesem herrlichen, spannenden, eigenartigen Buch an:
Als in unserer Stadt die Grüne Welle eingeführt wurde, war mein Zeichenlehrer sehr ärgerlich. Außerdem waren Grundlagen der 68er-Bewegung in unserer Stadt gefährdet. Das wusste er aber nicht. Günther (damals hieß er noch »Herr Studienrat«) las auf Schritt und Tritt und ergo auch im Auto. Er fuhr stets mit mindestens einem Buch auf dem Beifahrersitz. Bücher, von denen sonst keiner wusste. Kein Schüler und erst recht kein Lehrer. Anglophil (=viel, na klar) war Günther, er kannte die englischamerikanische Literatur aus dem Effeff. Eine andere Welt. In seinem vergammelten Kleinwagen wurde Konterbande transportiert gegen das humanistische Gymnasium. Gegen das imperiale Latein. Gegen parfümierte Olala-Intellektualität à la Camus-Sartre-Gréco-Exupéry. Klarer Blick aufs Leben. Absurdität als Witz für Pragmatiker und nicht als Heuler für Chansonetten. Fuck-off kleiner Prinz! »Laurence Olivier spricht sich nicht O-li-vie-jiee! Der ist Engländer. Das heißt: Oli-wi-eh.« Günther sprach Englisch wie der Steuermann des Oxford-Achters oder wie ein Müllmann hinter den Kinos vom Leicester Square. Wahlweise. Kannte alle Zweideutigkeiten, Doppelbedeutungen und also auch schockweise exquisite verbale Schweinereien. Besser als alle Englisch-Lehrer unseres Gymnasiums zusammen. Sämtlich Stümper gegen ihn. Doch Englisch unterrichtete Günther gar nicht...
Wie geht das wohl weiter? Mit Schülerinnen. Und Karl May. Mit Chinesischer Küche & einem Ero-Ticker. Außerdem: Fräulein Krämer, der Mond, eine steife Wolkenleiche sowie 1 rotglühender Affensteiß nebst Mongolenschädel...
Erfahren, lesen Sie alles! Seien Sie hin und weg. Bestellen Sie noch heute in Ihrem Buchladen.
ISBN 3-924147-55-8, 368 Seiten, broschiert, nur krisenfeste EUR 18,-
Ausnahmsweise nicht vom rabatthungrigen Amazon, dafür aber auch direkt vom Verlag zu beziehen: