Auf den wunderbaren neuen deutschen Wellen Anfang der 1980er Jahre kam auch dieser Sänger namens Romeo an den Strand unter dem Pflaster. Mit einer Stimme so rauh wie der Wind über den Wogen, mit ganz eigentümlichen Liebesliedern, so süß und salzig wie alle Wasser der Erde. Mit einer wissenden Trauer um die immer mögliche Vergeblichkeit auch der ganz großen Liebe, um die man so viele Tränen weint, daß sie ein Ozean für sich sind. Und mit einer Ahnung von Unendlichkeit hinter dem Horizont aller Meere und Nächte. Großartig. Aber nie wieder hat man von Romeo gehört. Verschollen. Ertrunken? Hoffentlich im Glück. Und, Romeo, wenn Du dies hier liest: Komm zurück, komm bald wieder!
Chanson nach John Lennon.
Noch eine der lasziven Sängerinnen zwischen der Depression ersten jugendlichen Liebesleids und der sanft lüsternen Ahnung einer Welt ohne Unschuld? Ja, aber was für eine. Französisches Chanson, das dem Walrus und der Anregung "Strawberry Fields forever" folgt und die fundamentale Modernität der Lennon-Beatles hörbar verstanden hat. Ein bemerkenswertes Amalgam, für Kopf und Sinne gleichermaßen genussreich. Der hellhörige "Rolling Stone" sieht (!) das ganz ähnlich, was mich freut und bestärkt: "Kammermusikalischer Pop, der wirkt, als würde die Sixties-Chanteuse Françoise Hardy Balladen vom ersten Album von Velvet Underground flüstern."
Ich empfehle das abgebildete Album nicht als einziges aus dem schon reichen Werk, aber es ist das perfekte Debüt und enthält den sensationell-seltsamen prototypischen Titel "Dans ma ville".
Ihr Plattenverlag "EMI" zur Person: "Eine der wohl außergewöhnlichsten Musikerinnen, die Frankreich in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Die Tochter eines russischstämmigen Israeli und einer Niederländerin mit indonesischen Wurzeln wuchs in Paris auf und sorgte von dort aus bereits im Jahr 2000 über Frankreich hinaus für Furore. Ihre künstlerische Liaison mit Benjamin Biolay machte auch hierzulande Schlagzeilen. Schon mutmaßte man ein Traumpaar vom Schlage Serge Gainsbourg und Jane Birkin, schließlich hatten Keren Ann und Biolay in jenem Jahr nicht nur dem Grandseigneur Henri Salvador ein preisgekröntes Comeback beschert, sondern Keren Ann auch das mehr als viel versprechende Debütalbum „La biographie de Luka Philipsen“. Die Liaison währte allerdings nur kurz – und während Benjamin Biolay in gewissem Sinne in die Fußstapfen von Serge Gainsbourg getreten ist, hat Keren Ann mittlerweile in New York ein zweites Standbein und mit dem ... Album „Nolita“ hat sie gekonnt eine Brücke zwischen dem Chanson der französischen Bohème und dem Folk aus Greenwich Village geschlagen."
Numminen singt Heine.
Singt? Naja. Aber: Ganz große Klasse. Ein Finne gibt Heinrich Heine auf starkdeutsch. Obervergnügen. Schlau und sinnlich. Klug und witzig.
Indigo, der Vertrieb, schreibt: Die finnische Kultfigur interpretiert das Werk des großen Dichters Zum 150. Todestag Heinrich Heines wurde M. A. Numminen vom Leiter des Berliner Literaturhauses gebeten, ein Programm zu Ehren des Schriftstellers zusammenzustellen. Entstanden ist ein sehr numminesker Songzyklus, dem sieben Heinrich-Heine-Gedichte zu Grunde liegen, dazu sind fünf Songs im Geiste Heines von der Kultfigur des finnischen Undergrounds interpretiert worden. Und wie es scheint, hat Mauri Antero Numminen nach seiner Erfindung des neorustikalen Jazz und des neorustikalen Tangos nun die maschinelle Musik für seine Arbeit entdeckt. Ein Werk voll synthetischer Rhythmen und Tonfolgen, gepaart mit zwei akustischen Instrumenten, dem Vibrafon und Cello, sowie seiner unverkennbaren Stimme und dem elektronischen Trommelset. Ein außergewöhnliches Hörvergnügen, das das Werk des großen Dichters in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt.
"More Gladiator": Noch besser als die erste, die "originale" Ausgabe des Soundtracks. Film für die Ohren. Die Musik des römischen Imperiums = altes Europa. Germanien mit Wagner-Klängen. Jede Wette: Dem hätte das auch gefallen. Musik-Theater!
Großartig die Kontribution von Lisa Gerrard ("Dead Can Dance"), vor allem natürlich ihr Gesang. Umwerfend, wie sie für den Hauptsong eine Sprache erfindet, die niemand kennt, doch jeder versteht. Der große Chaplin hatte das bekanntlich auch gekonnt und gemacht. Also: Hören! Und sehen.
GÖttlich.
Jemand hat einmal behauptet, Mozart sei ein GOttesbeweis. Auch der aus Mähren stammende Samuel Capricornus (1628-1665) hat mindestens einen geliefert: das herrliche "O Traurigkeit". Da hört man klar und deutlich, daß es den Himmel gibt. Ich empfehle die gloriose CD von "Le Parlement De Musique", Leitung Martin Gester, aufgenommen in der protestantischen Kirche von Ribeauvillé im Elsaß.
Es ist übrigens ein Phänomen (ein Wunder?), daß Protestanten solch wundervolle geistliche Musik schreiben konnten, wo doch ihre Kirche so lustlos und grau ist. Aber Luther war ja noch ein saftiges Kaliber, anders als die heutige evangelische Kirche in Deutschland, die mit GOtt anscheinend gar nichts mehr zu tun hat, sondern in peinlichster Weise rumpolitisiert* und lächerlich-entsetzliche Machwerke wie dieGendermainstreaming–"Bibelin gerechter Sprache" hervorbringt. "O Traurigkeit"! Capricornus hat es geahnt. Man höre ihn. Tröstet und macht schon im Diesseits glücklich.
* In der Zeitung "Die Welt" wurde das einmal in einer urkomischen Karikatur aufs endgültige Korn genommen. Dort ging es um "Rent-a-Demo", um alles, was man für eine Profi–Demo braucht, also Fahnen, Transparente, Megaphon usw. Und dann stand da noch in der Bestell–Liste: "Stillende Mütter und evangelische Pastoren auf Anfrage." Genau. So ist es. Mehr ist zu diesem Konfessions-Verein wirklich nicht mehr zu sagen.
Für die Ewigkeit: Knaller No. 1 vom King.
Bob Dylan erinnert sich: "When I first heard Elvis’s voice I just knew that nobody was going to be my boss. It was like busting out of jail."
1. Heartbreak Hotel / 2. Don't Be Cruel / 3. Hound Dog / 4. Love Me Tender / 5. Too Much / 6. All Shook Up / 7. (Let Me Be Your) Teddy Bear / 8. Jailhouse Rock / 9. Don't / 10. Hard Headed Woman / 11. One Night / 12. (Now And Then There's) A Fool / 13. A Big Hunk O' Love / 14. Stuck On You / 15. It's Now Or Never / 16. Are You Lonesome Tonight? / 17. Wooden Heart / 18. Surrender / 19. (Marie's The Name) His Latest Flame / 20. Can't Help Falling In Love / 21. Good Luck Charm / 22. She's Not You / 23. Return To Sender / 24. (You're The) Devil In Disguise / 25. Crying In The Chapel / 26. In The Ghetto / 27. Suspicious Minds / 28. The Wonder Of You / 29. Burning Love / 30. Way Down / 31. A Little Less Conversation
Leider fehlen in dieser wirklich erstklassigen Chart-Zusammenstellung (auch von enormer Ton-Qualität) wichtige Titel wie das historisch bedeutende "That's All Right" oder das wunderbare "Little Sister" von DocPomus und Mort Shuman. Aber diese Stücke finden sich auf dem Follow-up "Elvis 2nd to None" und dort gibt es auch diese herrlichen Titel des Meisters: "Mean Woman Blues", "Love Me", "Loving You", "Trouble", "I Got Stung", "A Mess Of Blues".
Der apokalyptische Reiter.
Joachim Witt ergrellte die deutsche Musiklandschaft nach der Herrschaft der Anglo-Amerikaner mit leuchtenden Genieblitzen. Die funkten quer durch die Zeit, Witt schlug den Bogen über Reich Nr.3 und Roy Black hinweg, er knüpfte da an, wo die Nazis deutsche Kunst gekappt hatten, die Vollidioten. Witt nahm Dada und Expressionismus wieder auf (bis in seine metropolishaften Bühnenbewegungen), in einer Entente Cordiale mit New Wave und Kollegen wie David Bowie, der schon seinerseits in Berlin ("Heroes") das speziell verdrehte und peinigend Intensive deutscher Weltanschauung erfahren und interpretiert hatte. Witts erster Donnerschlag war "Goldener Reiter", ein sagenhafter Gassenhauer vom Aufstieg & Fall der Wirtschaftswunderkinder, eine der Fanfaren der herrlichen Neuen Deutschen Welle der 1980er Jahre. Dito Extraklasse auf dem ersten Album "Silberblick": das Mädchen "Kosmetik (Ich Bin Das Glück Dieser Erde)", eine beißende Polemik über das eitle Leben hinter der Fassade, Ohrwurm & Ohrenkneifer; und dann, ganz unglaublich, endlos in variantenreichster Monotonie, das obergeniale "Sonne Hat Sie Gesagt" ! Von ähnlicher Klasse über vielen Gipfeln auf "Edelweiß": "Tri-tra-trullala" – mit der Schock- Zeile: "Ich bin euer Herbergsvater" und – wie so ziemlich alles von Witt – auch bewunderungswürdig getextet: "Strenges Mädchen" ("Sie ist wie Waldarbeit / Hart bis zur Übelkeit").
Samiel hat geholfen!
Ich gebe umstandlos zu, daß ich knallig-gradlinige Opern wie Wagners sturm- und wahnsinnsumtobten "Fliegenden Holländer" oder Webers "Freischütz" überaus schätze. Sie sind eben nahe an Rock und Beat, die mir auf ewig in den Knochen stecken und in den Adern pulsen. Und sie sind Kino, wie in Bayreuth auch einmal frappant zu sehen war, wo Harry Kupfer 1978 den "Holländer" inszenierte, als hätten Alfred Hitchcock, John Ford und Sergio Leone assistiert. Grandios. Sowieso ist ja Wagner mit seinen Leitmotiven der Erfinder der Filmmusik.
Aber darum soll es hier gar nicht gehen, sondern um die Mutter der deutschen romantischen Opern, und das ist bekanntlich der in deutschen Wäldern und Schluchten spielende "Freischütz". Ein herrliches Spektakel mit Liebe, Tod und Teufel. Enorm die satanische Kugelsegen–Szene in der Wolfsschlucht: "Samiel, hilf!". Da spielt das Wetter atemberaubend mit, vom leichten Lüftchen mit leisen Regentropfen zum heranrollenden (und heranrockenden!) Orkan, der mit der Gewalt einer auf Hochtouren stampfenden Riesen–Dampfmaschine durchs Orchester fegt. Und es gibt herzerweichende Arien der schönsten überirdischen Musik, dargeboten natürlich vom weiblichen Teil derSpielschar — ich sagenur: Agathe! Übrigens: Alles für eilige Hörer 10minütig zusammengefaßt in der fulminanten Ouvertüre, ein eingebautes "Best-of".
Auch ich empfehle (ganz unoriginell, weiß ich, ist mir aber egal) die mit Preisen, Erwähnungen und Lob überschüttete "gesamtdeutsche" Fassung von VEB Deutsche Schallplatten (Berlin, DDR!) und der Deutschen Grammophon mit Carlos Kleiber und der Staatskapelle Dresden, 1973. Wuchtig und dabei glasklar dargeboten. Große Freude: Die Dialoge werden von Schauspielern gesprochen und nicht von Sängern nebenbei verknödelt. Das erhöht das Vergnügen ungemein!
Alles Louie, Louie!
Vorab so viel: 1. The Rice University Marching Owl Band. This marching band version was later featured in the film The Naked Gun. 2. Richard Berry. This version by the song's composer is not his original recording, but a remake. 3. Rockin' Robin Roberts. This version inspired the Kingsmen's version. 4. The Sonics. The Sonics were the hardest rocking of the '60s "Nuggets" type groups. 5. The Sandpipers. This "latin lounge" version was the only other version of the song to hit the American Top 40. 6. The Kingsmen. The version you know and love. 7. The Last. Performed in the style of the Doors. 8. Eddie & the Subtitles. On the original vinyl version of this album (which I own), there was a version of "Louie, Louie" performed by legendary punk band Black Flag. On the CD release, it was replaced by a version of "Louie, Louie" performed by obscure punk band Eddie & the Subtitles. / 9. Les Dantz & his Orchestra. Performed in the style of "Let's Dance" era David Bowie. / 10. The Impossibles. This is "The Hallelujah Chorus" with the words changed to "Louie, Louie". (Zusammengestellt bei Amazon von Johnny Heering "trivia buff", Bethel, CT United States.)
Demnächst mehr! Vorab dies:
1. Louie Louie - Richard Berry And The Pharoahs 2. El Loco Cha Cha - Rene Touzet / 3. One For My Baby (And One More For The Road) - Johnny Mercer 4. Havana Moon - Chuck Berry / 5. Louie Louie - Rockin Robin Roberts And The Wailers / 6. Louie Louie - Little Bill With The Adventurers And The Shali / 7. Louie Louie - The Kingsmen / 8. Louie Louie - Paul Revere And The Raiders / 9. Louie Louie - Don And The Goodtimes / 10. Louie Louie - The Sonics / 11. Louie Louie - The Beach Boys / 12. Louie Louie - Otis Redding / 13. Louie Louie - The Sandpipers / 14. Louie Louie - The Swamp Rats / 15. Louie Louie - Travis Wammack / 16. Louie Louie - The Kinks / 17. Louie Louie - Sounds Orchestral / 18. Love That Louie - Jack E Lee And The Squires / 19. Louise Louise - H B And The Checkmates / 20. Long Green - The Kingsmen / 21. Louie Louie 66 - Jack Ely And The Courtmen / 22. Have Love Will Travel - Richard Berry And The Pharoahs / 23. Louie Go Home - Paul Revere And The Raiders / 24. Louie Louie - Toots And The Maytals
Fest gemauert!
Geht man nach Besprechungen in Fachmagazinen deutscher Musikkritiker, schaut man sich im Internet die Statements der priesterhaften Pink–Floyd–Gemeinde an, dann ist dieses Live–Konzert nach Fall der Berliner Mauer und Spaltung der fürs Artifizielle gerühmten Pop–Gruppe ganzfürchterlich. Ein Abklatsch vom Original, schreckliche Auftritte der illustren Promi-Mitwirkenden, ein eitles Machwerk von Roger Waters: Gründer und verhassterZerstörer der angebeteten Gruppe ...
Was soll man dazu sagen? Alles grober Unfug weltfremder Kritiker und blindtauber Adepten. Dieses Live-Konzert 1990 in Berlin war sicher eines der obergroßen Ereignisse in der Geschichte der Pop–Musik. Die Ödfläche des Potsdamer Platzes nach Schleifung der Mauer genau der Ort für dieses Musik–Spiel von Herrschaft und Fall der Mauern. Die Besetzung mit Gaststars (und Frauen!) ist wunderbar, ein Hochgenuß! Entzückend: Cindy Lauper als kesse Göre. Bewegend: Sinéad O'Connor mit "Mother" und der für eine Frau höchst aparten Zeile: "Will they break my balls?" Verstörend: Marianne Faithfull als Mutter. Grotesk: Thomas Dolby als zappeliger Lehrer. Ehrwürdig: Der Schaupieler David Hemmings als Richter. Gewaltig: Das Orchester der Roten Armee und die historisch fällige Selbsterkenntnis "Bring the Boys back home". Packend der stentorhafte Van Morrison mit "Comfortably Numb" — sogar die von mir gar nicht gemochten Schröderfreunde "The Scorpions" machen ihre Sache gut. Naja, und Roger Waters nebst seinen Sologitarristen ist phänomenal, er ist ja schließlich auch der Autor dieses opus magnus.
Wer sich eine gesteigerte Freude machen will: Es gibt das inzwischen natürlich legendäre Live-Konzert auch als Video-DVD. Wenn man keine Mauer im Kopf hat, erlebt man Großes.
Prosit Drittes Reich!
Eine Collage von Marcel Faust mit den Stimmen von Gitta Alpar, Curt Bois, Bertolt Brecht, Marlene Dietrich, Willy Fritsch, Joseph Goebbels, Rudolf Hess, Adolf Hitler, Richard Tauber u. a.,sowie mit den Chören der KPD, NSDAP, SPD und Nelson-Revue. Musik aus den Goldenen 20er Jahren, Radio-Übertragungen, natürlich auch Klänge von Liszt und Wagner.
Ich habe diese rasant-kunstvolle politische Hör-Collage schon in den frühen 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ergriffen gehört, eine Produktion des sehr ambitionierten österreichischen Labels "Preiser Records". Aktuell und ein unbedingt hörenswertes Kunststück ist sie immer noch.
Andrea s'è perso e non sa tornare ...
Auf der LP/CD "Rimini" der für mich schönste Titel von Fabrizio de Andrè: "Andrea". Es geht nicht um eine Frau, wie man in Deutschland glaubt, sondern um einen Soldaten im WK1, denn in Italien ist Andrea ein Männername. De André ist einer der größten europäischen Liedermacher des 20. Jahrhunderts. Deshalb gibt es außer "Andrea" noch viele wunderbare Lieder von ihm in seinem (in jedem Sinne) riesigen Werk. Übersetzungen im Web zu finden! Wikipedia sagt: "De André wurde durch die hohe literarische Qualität seiner Texte und die meisterhafte Interpretation zu einem der beliebtesten Sänger in Italien. Einige seiner Texte sind mittlerweile Bestandteil des Schulunterrichtes." Er starb 1999 mit 59.
Auf deutsch frisiert!
Man versteht also, was gesungen wird. Das ist auch deshalb vergnüglich, weil die Übersetzung ins Deutsche höchst witzig ist. Die meisten Opernhäuser haben sich ja angewöhnt, Opern in der Originalsprache zu geben. Ich vermute, das liegt weniger an dem philologischen Streben nach Authentizität, sondern an der Globalisierung des Sängermarktes. Die Originalversion haben natürlich alle drauf, von Tokio bis Timbuktu, von Sydney bis Sevilla, von Düsseldorf bis Dubai, von Pirmasens bis Peking. Kann man also billiger einkaufen. Man kann es sich ja kaum noch leisten, einem für eine Inszenierung den deutschen Text beizubringen. Aber es gibt ja diese vorzügliche Aufzeichnung: Großes Juchhu!
Liebevoll und liebenswert!
Lassen Sie sich von verstockten phantasielosen Puristen bloß nicht irre machen: Dieser Beatles–Remix von Vater und Sohn Martin ist herrlich. Eine sehr sensible Collage, kunstvoll und intelligent für eine Las–Vegas–Show zusammengestellt. Öffnet auch und gerade dem Beatles–Kenner (= –Fan!) neue Perspektiven, neue Freude an dem gigantischen Œuvre der FabFour.
Sagenhaft die irrwitzige Transparenz der digitalen Bearbeitung. Beglückend. Schade, daß John Lennon, das nicht mehr hören kann. Oder kann er es doch? Da oben? Ja, warum nicht!
The Beatles.
15 Alben für die Ewigkeit. Ein Gesamtmeisterwerk. Das Chef d'Œuvre der populären Musik des 20. Jahrhunderts.
Oder wie es in der Branche heißt: Der wertvollste Katalog überhaupt. Und auch: Ein Lexikon der Pop-Musik, sozusagen von Chuck Berry bis Frank Zappa. Darf in keinem Haushalt fehlen!
Erschienen (!) vom 22. März 1963 bis zum 6. November 1970. 1988 kamen die digitalen CD-Fassungen heraus, und es gab die 15 Alben damals in einer sehr schönen ebenholzschwarzen Holz-Box, zusammen mit einem Booklet, in dem Mark Lewisohn kurze Notizen zu jedem Titel macht.
Apropos: Hier kommt die Titelliste, die ich, um Zeit und Arbeit zu sparen, einfach bei der mittlerweile unverzichtbaren Wikipedia kopiert habe. Danke!!! Sterne sind von mir. Sechs sind das Größte: * * * * * *.
Aber vorher müssen wir noch etwas klären: Warum ist "Revolver" hier größer? Na, deswegen: Dieses Album war die Kreuzung, von der aus die Rock&Pop-Musik eine neue Richtung nahm und alles verstand und alles konnte. Epochal eben. Unser lieber Kamerad Sgt. Pepper mit seiner Lonely Hearts Club Band machte das dann endgültig klar.
Please Please Me Parlophone Records in UK, Parlophone / Capitol Records in US. (Released in UK: March 22, 1963; Released in US: February 26, 1987) - #1 in UK - I Saw Her Standing There* * * * * *, Misery* * * * * *, Anna (Go to Him), Chains, Boys, Ask Me Why, Please Please Me* * * * * *, Love Me Do (album version)* * * * * *, P.S. I Love You, Baby It's You, Do You Want to Know a Secret* * * * * *, A Taste of Honey, There's a Place, Twist and Shout* * * * * *
With the Beatles Parlophone in UK, Parlophone / Capitol in US. (UK: November 22, 1963; US: February 26, 1987) - #1 in UK - It Won't Be Long* * * * * *, All I've Got to Do, All My Loving* * * * * *, Don't Bother Me, Little Child, Till There Was You, Please Mr. Postman* * * * * *, Roll Over Beethoven, Hold Me Tight* * * * * *, You Really Got a Hold on Me, I Wanna Be Your Man* * * * * *, Devil in Her Heart, Not a Second Time, Money (That's What I Want)
A Hard Day's Night Parlophone in UK, in US. (UK: July 10, 1964; US: February 26, 1987) - #1 in UK - A Hard Day's Night* * * * * *, I Should Have Known Better* * * * * *, If I Fell* * * * * *, I'm Happy Just to Dance With You, And I Love Her, Tell Me Why, Can't Buy Me Love, Any Time At All* * * * * *, I'll Cry Instead, Things We Said Today* * * * * *, When I Get Home* * * * * *, You Can't Do That, I'll Be Back
Beatles for Sale Parlophone in UK, Parlophone/Capitol in US. (UK: December 4, 1964; US: February 26, 1987) - #1 in UK - No Reply* * * * * *, I'm a Loser* * * * * *, Baby's in Black* * * * * *, Rock and Roll Music, I'll Follow the Sun, Mr. Moonlight* * * * * *, Medley: Kansas City/Hey, Hey, Hey, Hey, Eight Days a Week* * * * * *, Words of Love, Honey Don't, Every Little Thing, I Don't Want to Spoil the Party, What You're Doing, Everybody's Trying to Be My Baby
Help! Parlophone in UK, Parlophone/Capitol in US. (UK: August 6, 1965; US: April 30, 1987) - #1 in UK - Help!* * * * * *, The Night Before* * * * * *, You've Got to Hide Your Love Away* * * * * *, I Need You, Another Girl, You're Going to Lose That Girl, Ticket to Ride* * * * * *, Act Naturally, It's Only Love* * * * * *, You Like Me Too Much, Tell Me What You See* * * * * *, I've Just Seen a Face, Yesterday* * * * * *, Dizzy Miss Lizzie
Rubber Soul Parlophone in UK, Parlophone/Capitol in US. (UK: December 3, 1965; US: April 30, 1987) - #1 in UK - Drive My Car* * * * * *, Norwegian Wood (This Bird Has Flown)* * * * * *, You Won't See Me, Nowhere Man, Think For Yourself, The Word, Michelle* * * * * *, What Goes On, Girl, I'm Looking Through You* * * * * *, In My Life, Wait, If I Needed Someone, Run For Your Life
Revolver * * * * * * (Alles!) Parlophone in UK, Parlophone/Capitol in US. (UK: August 5, 1966; US: April 30, 1987) - #1 in UK - Taxman, Eleanor Rigby, I'm Only Sleeping, Love You To, Here, There and Everywhere, Yellow Submarine, She Said She Said, Good Day Sunshine, And Your Bird Can Sing, For No One, Doctor Robert, I Want to Tell You, Got to Get You Into My Life, Tomorrow Never Knows* * * * * *
Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band * * * * * * (Alles!) Parlophone in UK, Capitol in US. (UK: June 1, 1967; US: June 2, 1967) - #1 in UK, #1 in US - Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band, With a Little Help from My Friends, Lucy in the Sky with Diamonds, Getting Better, Fixing a Hole, She's Leaving Home, Being for the Benefit of Mr. Kite!, Within You Without You, When I'm Sixty-Four, Lovely Rita, Good Morning Good Morning, Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (Reprise), A Day in the Life
Magical Mystery Tour Parlophone in UK, Capitol in US. (US: November 26, 1967; UK: November 19, 1976) [sic] - # 1 in US, #31 in UK (as American import) - Magical Mystery Tour, The Fool on the Hill, Flying, Blue Jay Way, Your Mother Should Know, I Am the Walrus* * * * * *, Hello Goodbye, Strawberry Fields Forever* * * * * *, Penny Lane* * * * * *, Baby You're a Rich Man, All You Need is Love
The Beatles ("White Album") Parlophone in UK, Capitol in US.(Note: Album originally released on Apple Records in both the UK and US.) (UK: November 22, 1968; US: November 25, 1968) - #1 in UK, #1 in US - Disc One: Back in the U.S.S.R.* * * * * *, Dear Prudence, Glass Onion, Ob-La-Di, Ob-La-Da, Wild Honey Pie, The Continuing Story of Bungalow Bill* * * * * *, While My Guitar Gently Weeps, Happiness is a Warm Gun* * * * * *, Martha My Dear, I'm So Tired* * * * * *, Blackbird* * * * * *, Piggies, Rocky Raccoon, Don't Pass Me By, Why Don't We Do It in the Road?* * * * * *, I Will, Julia - Disc Two: Birthday* * * * * *, Yer Blues* * * * * *, Mother Nature's Son, Everybody's Got Something to Hide Except Me and My Monkey, Sexy Sadie, Helter Skelter* * * * * *, Long, Long, Long, Revolution 1, Honey Pie, Savoy Truffle, Cry Baby Cry, Revolution 9, Good Night
Yellow Submarine Parlophone in UK, Capitol in US. (Note: Album originally released on Apple Records in both the UK and US.) (US: January 13, 1969; UK: January 17, 1969) - #2 in US, #3 in UK - By the Beatles: Yellow Submarine, Only A Northern Song, All Together Now, Hey Bulldog* * * * * *, It's All Too Much, All You Need Is Love* * * * * * - Original film Music Arranged and Orchestrated by George Martin: Pepperland, Sea Of Time, Sea Of Holes, Sea Of Monsters, March Of The Meanies, Pepperland Laid Waste, Yellow Submarine In Pepperland,
Abbey Road Parlophone in UK, Capitol in US. (Note: Album originally released on Apple Records in both the UK and US.) (UK: September 26, 1969; US: October 1, 1969) - #1 in UK, #1 in US - Come Together, Something* * * * * *, Maxwell's Silver Hammer, Oh! Darling, Octopus's Garden, I Want You (She's So Heavy), Here Comes the Sun* * * * * *, Because* * * * * *, You Never Give Me Your Money, Sun King, Mean Mr. Mustard, Polythene Pam, She Came in Through the Bathroom Window, Golden Slumbers, Carry That Weight, The End, Her Majesty
Let It Be Parlophone in UK, Capitol in US. (Note: Album originally released on Apple Records in both the UK and US.) (UK: May 8, 1970; US: May 18, 1970) - #1 in UK, #1 in US - Two of Us, Dig a Pony, Across the Universe (album version)* * * * * *, I Me Mine, Dig It, Let It Be (album version), Maggie Mae, I've Got a Feeling* * * * * *, One After 909, The Long and Winding Road, For You Blue, Get Back (album version) * * * * * *
Past Masters, Volume One Parlophone in UK, Parlophone/Capitol in US. (UK: March 7, 1988; US: March 8, 1988) - #49 in UK - Love Me Do (original single version)* * * * * *, From Me to You, Thank You Girl, She Loves You* * * * * *, I'll Get You, I Want to Hold Your Hand* * * * * *, This Boy, Komm Gib Mir Deine Hand, Sie Liebt Dich, Long Tall Sally, I Call Your Name* * * * * *, Slow Down* * * * * *, Matchbox, I Feel Fine* * * * * *, She's a Woman* * * * * *, Bad Boy, Yes It Is, I'm Down
Past Masters, Volume Two Parlophone in UK, Parlophone/Capitol in US. (UK: March 7, 1988; US: March 8, 1988) - #46 in UK - Day Tripper, We Can Work It Out* * * * * *, Paperback Writer, Rain, Lady Madonna* * * * * *, The Inner Light, Hey Jude* * * * * *, Revolution, Get Back (single version), Don't Let Me Down, The Ballad of John and Yoko* * * * * *, Old Brown Shoe, Across the Universe ("Wildlife" version), Let it Be (single version), You Know my Name (Look Up the Number)
Tanz den Mussolini! Und Alles ist gut.
Ingeborg Schober schreibt und ich stimme allem zu, weil es alles gut ist:
1981 war DAF auf das Duo Gabi Delgado Lopez, Gesang und Texte, und Robert Görl, Musik, geschrumpft und lebte in England. Das dritte Album "Alles ist gut" war von Conny Plank wie aus einem Guss produziert und nach "Autobahn" von Kraftwerk eine der wichtigsten Platten, die weltweit in deutscher Sprache erschien.
Aggressiver Sprechgesang, monotone Drumbeats, wuchtiger Bass, kompakte Synthesizer-Sounds und verknappte, provokante Text-Kürzel gaben dem Album unglaubliche Dichte. Auch in den sexgeladenen Texten von "Mein Herz macht Bum", "Alles ist gut" und "Als wär's das letzte Mal" dominierte durchwegs ein sinnlich aufgeladenes Körpergefühl und eine aufreizende jugendliche Arroganz. "Der Räuber und der Prinz" war ein unverhohlenes Credo schwuler Liebe. Und mit dem Bruch eines politischen Tabus löste DAF große Kontrovesen aus. "Mussolini" und "Alle gegen alle", die Tanzaufforderung sich von allen Ideologien zu befreien, zog auch Neo-Nazis in ihren Bann und sorgte für Beifall von der falschen Seite. Trotzdem gab es für szenenauthentische und künstlerische Originalität den Deutschen Schallplattenpreis und dreißig Wochen lang einen Platz in der LP-Chart.
Ein Meilenstein der Hörspielgeschichte ...
... schreibt der Verlag und fast ist das ein Understatement. Ich kenne nichts in diesem Genre, was dieser Produktion von 1961 ebenbürtig wäre. Wer selber Radio macht, so wie ich, kann vor Bewunderung nur erstarren. Gert Westphal, der vielen als Pionier des Hörbuch-Vortrags bekannt sein dürfte, führt hier Regie und schafft ein Meisterwerk. Sein Sprecher-Ensemble in Höchstform, enorme Präsenz und Eindringlichkeit, kunstvolle Dramatisierung des Romans von Stefan Zweig, Szenen großer Wucht. Warum finden Sie es hier bei "Musik"? Ein Walzer treibt die Handlung in Tod und existentielle Vernichtung unerbittlich voran, er läßt die Menschen umeinander kreisen, verstrickt sie schwindelerregend in ein erbarmungsloses Schicksal. Atemberaubende große Kunst. Informationen des Audio-Verlags: "Die letzten Tage der alten Donaumonarchie sind angebrochen. Leutnant Anton Hofmiller wird in das Schloß des ungarischen Magnaten Lajos von Kekesfalva eingeladen. Dessen gelähmte Tochter Edith verliebt sich in den jungen Offizier. Hofmiller macht der Unheilbaren Hoffnung auf eine baldige Genesung und verlobt sich schließlich mit ihr. Doch das Unglück nimmt seinen Lauf. Denn Hofmiller handelt nur aus Mitleid für das "kranke Kind ".In der Öffentlichkeit steht er aus Angst vor Spott und Verachtung nicht zu der Verbindung. Als Edith seinen Verrat durchschaut, nimmt sie sich das Leben. Hofmiller stürzt sich in einer sinnlosen Flucht in die Kämpfe des Weltkriegs. Die berühmte Hörspielfassung aus dem Jahr 1961 mit Gustl Halenke und Matthias Fuchs in den Hauptrollen wird von einem ergreifenden Walzer getragen, für den der Komponist Peter Zwetkoff den renommierten Karl-Sczuka-Preis erhielt."
Ohne Carbonara ein Genuß!
Spliff ist natürlich alles andere als ein Geheimtipp und auch diese Platte war ein Hit, sogar ein Blockbuster. Aber es ist eins der richtig wichtigen Werke der NdW (obwohl die nicht dazugehören wollten), doch leider muß man sagen (und das soll nun hier geschehen), daß der Riesen-Superschlager auf dem Plattenteller "Carbonara" zwar ein Mitgröler, aber ansonsten bzw. deswegen doch recht belanglos war. Echt wichtiger z.B.: "Deja Vu" und "Kill", vor allem aber: "Heut nacht", eins der schönsten Liebesschmerzlieder deutscher Pop-Kultur.
H.H. schreibt im höchst empfehlenswerten Internet-Magazin "Backagain": "Dass das Album so ein sensationeller Erfolg wurde, liegt nicht zuletzt an Manager Jim Rakete, der bereits INTERZONE managte und später auch NENA zum Erfolg verhelfen sollte, die übrigens bei SPLIFF die Autogrammpost beantwortete. Von dem verdienten Geld richtete sich SPLIFF dann ein eigenes Studio ein und so begann man dann, auch andere Bands, zum Beispiel eben NENA, zu produzieren. „85555“, das übrigens auch in englischer Sprache veröffentlicht wurde, ist eines der ganz großen und wichtigen Album innerhalb der deutschen Musikgeschichte. Sollte in keinem Plattenschrank fehlen!" Ich füge hinzu: Schon allein wegen "Heut Nacht", glauben Sie mir. Nein, glauben Sie mir nicht, hören Sie selbst! (Übrigens gibt es von Spliff ein Best-of, mit allem, was sich lohnt: "Alles Gute".)
Und wenn's ums Geld geht: Auf Sampler der Neuen Deutschen Welle achten! Die sind billig und außer "Heut' Nacht" kann man da viele andere schöne Sachen erwischen: Immer wieder "Goldener Reiter" von Joachim Witt, "Dreiklangsdimensionen" von Bodo Staigers "Rheingold", "Skandal im Sperrbezirk" mit der unsterblichen Rosi von "Spider Murphy Gang", und jetzt ohne mühsame Nennung der Interpreten und Anführungszeichen: Sternenhimmel - Ich will Spaß - Katherine, Katherine - Hohe Berge - Codo - Rosemarie - Der Kommissar - Eisbär - Monotonie - Schwein - Hundsgemein - Fred vom Jupiter - Flieger, grüß mir die Sonne - Kebab-Träume - Ein Jahr (es geht voran) – und von Nena die erste Sahne prächtiger Pop-Songs erfreulich professioneller Güte: Fragezeichen - Leuchturm - Lass mich dein Pirat sein - Rette mich - Nur geträumt. Also, so viel mal fürs erste.
Der Dichter singt. Und so muß es auch sein. Und man stelle sich vor, wir hätten seine Marianne nicht!
Dies sind seine ersten Alben: "Songs Of Leonrad Cohen" und "Songs From A Room". Und diese beiden waren es, die aus dem Stand seinen Ruhm begründeten bei allen Melancholikern und immer wieder irgendwie Verliebten, und sie waren und sind auch seine besten Alben bis heute. Klassiker natürlich.
Und man kann sein Glück kaum fassen! Zum 40jährigen des Meisters erschienen 2007 diese beiden Alben digital remastered und mit unveröffentlichten Bonus-Tracks erweitert. Jetzt kann einem nichts mehr passieren. Jetzt ist alles gut.
1. Suzanne / 2. Master Song / 3. Winter Lady / 4. The Stranger Song / 5. Sisters of Mercy / 6. So long, Marianne / 7. Hey, That's No Way to Say Goodbye / 8. Stories of the Street / 9. Teachers / 10. One of Us Cannot Be Wrong / 11. Store Room (Bonus 2007) / 12. Blessed is the Memory (Bonus 2007)
1. Bird on the Wire / 2. Story of Isaac / 3. A Bunch of Lonesome Heroes / 4. The Partisan / 5. Seems So Long Ago, Nancy / 6. The Old Revolution / 7. The Butcher / 8. You Know Who I Am / 9. Lady Midnight / 10. Tonight Will Be Fine / 11. Like a Bird (Bird on the Wire) (Bonus 2007) / 12. Nothing to One (You know who I am) (Bonus 2007)
... läuft und läuft und ... (seit 1974!!!)
Genial: Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn Vor uns liegt ein weites Tal Die Sonne scheint mit Glitzerstrahl Die Fahrbahn ist ein graues Band Weiße Streifen, grüner Rand Jetzt schalten wir das Radio an Aus dem Lautsprecher klingt es dann: Wir fahr'n ... auf der Autobahn ...
Bei "Backagain" (backagain.de) schreibt H.H. (hier auszugsweise zitiert): „Autobahn“ legte den Grundstein für eine sagenhafte Welteroberung. Kaum eine Band, die nicht in irgendeiner Form von KRAFTWERK beeinflusst wurde. Das Titelstück „Autobahn“ hat eine Länge von 23 Minuten und brach damit alle Popmusik-Normen. Außerdem brachte Ralf (Hütter) als Sänger das erste Mal Stimmen (mit einem Vocoder verfremdet) in die Musik ein. „Autobahn“ dürfte eines der wegweisendsten und revolutionärsten Alben aller Zeiten sein.
Radioactivity is in the air for you und me ...
Radioactivity Is in the air for you and me Radioactivity Discovered by Madame Curie Radioactivity Tune in to the melody Radioactivity Is in the air for you and me Morse: Radioactivity is in the air for you and me Radioactivity discovered by Madame Curie Radioactivity tune in to the ... Radio Aktivität Für dich und mich in All entsteht Radio Aktivität Strahlt Wellen zum Empfangsgerät Radio Aktivität Wenn's um unsere Zukunft geht
Ja, ganz klar: Kraftwerk war hörbar hellsichtiger als seine vielen grünbewegten Verehrer, Friedensbewegung, deutsche Gutmenschen etcetera. Besser sowieso. Halbwertzeit für Kraftwerk? 500 Jahre mindestens. Den Ausrutscher der Anpassung an den Zeitgeist der 90er, als sie in einem Remix formulierten "Stoppt Radioaktivität" kann man nur als Moment geistiger Umnachtung werten. Was zählt, ist das Original.
Oh Bruder! Und Schwester!
Soundtrack als Country-Hommage. So gut, dass nicht nur die Knastbrüder im Film gefesselt sind und jeder vor fassungsloser Bewunderung in und auf die Knie sinkt.
Geradezu unglaubliche Klasse. Und der Film zum Soundtrack ist auch ganz herrlich. "Grammy" für Bestes Album des Jahres 2001 und Bester Soundtrack.
Wenn überhaupt ein Lieblingsstück, dann "I Am A Man Of Constant Sorrow", das gleich in vier Varianten glücklich macht.
(Wenn Sie zum Film wollen, also zu diesem, bitte aufs Bild klicken.)
Just pissin' in the wind.
Neil Young ist, wie jeder weiß, einer der großen SingerSongwriter und hat dazu das Glück einer extrem eigentümlichen Stimme, durchaus Country, aber doch darüber hinaus. Ein Mann von außerordentlicher Produktivität und einer Lust am Experiment, die ihn auch zu manch krachendem Blödsinn verführt hat.
Aber was soll's: Da sind ja wunderschöne Alben wie "After The Gold Rush" und "Harvest", die einen in herzzerreißend wohlige Stimmung versetzen, sei es unter dem Sternenhimmel der Wüste Nevadas oder auf dem Flokati in Düsseldorf–Oberkassel, wo man auch mit seiner "Pocahontas" glücklich sein kann: "I wish I was a trapper / I would give thousand pelts / To sleep with Pocahontas / And find out how she felt / In the mornin' on the fields of green / In the homeland we've never seen / And maybe Marlon Brando / Will be there by the fire / We'll sit and talk of Hollywood / And the good things there for hire / And the astrodome and the first tepee / Marlon Brando, Pocahontas and me".
Jedoch das allerallergrößte vom großen Neil Young ist ohne Zweifel "On The Beach", das es nach unglaublich rätselhafter und wahnsinniger Wartezeit nun auch als CD gibt. Die CD hat ja u.a. den großen Vorteil, alles am Stück zu bringen, ohne den gefühlsfalschen Interruptus des Seitenwechsels. Das ist bei "On The Beach" ein enormer Gewinn, denn nach und nach wird man in einen melancholisch glücklichen Sog gezogen, in ein sehnendsaugendes Meer, nicht eingelullt, sondern – wozu einem auch die fabelhaften Texte* verhelfen – mit wissend weiter Sicht in Unendlichkeiten. "On The Beach" ist eines der Alben, die man nie (NIE!) verleihen darf.
*Pars pro toto:
Ambulance Blues
Back in the old folky days The air was magic when we played. The riverboat was rockin' in the rain Midnight was the time for the raid.
Oh, Isabela, proud Isabela, They tore you down and plowed you under. You're only real with your make-up on How could I see you and stay too long?
All along the Navajo Trail, Burn-outs stub their toes on garbage pails. Waitresses are cryin' in the rain Will their boyfriends pass this way again?
Oh, Mother Goose, she's on the skids Sure ain't happy, neither are the kids. She needs someone that she can scream at And I'm such a heel for makin' her feel so bad.
I guess I'll call it sickness gone It's hard to say the meaning of this song. An ambulance can only go so fast It's easy to get buried in the past When you try to make a good thing last.
I saw today in the entertainment section There's room at the top for private detection. To Mom and Dad this just doesn't matter, But it's either that or pay off the kidnapper.
So all you critics sit alone You're no better than me for what you've shown. With your stomach pump and your hook and ladder dreams We could get together for som escenes.
I never knew a man could tell so many lies He had a different story for every set of eyes. How can he remember who he's talkin' to? 'Cause I know it ain't me, and I hope it isn't you.
Well, I'm up in T.O. keepin' jive alive, And out on the corner it's half past five. But the subways are empty And so are the cafes.
Except for the Farmer's Market And I still can hear him say: You're all just pissin' in the wind You don't know it but you are.
And there ain't nothin' like a friend Who can tell you you're just pissin' in the wind.
I never knew a man could tell so many lies He had a different story for every set of eyes How can he remember who he's talking to? Cause I know it ain't me, and hope it isn't you.
Das ist heute noch radikale Modernität.
Wie mag sich das also erst 1930 angehört haben? Nach Weltsensation. Und die war die "Dreigroschenoper" dann ja auch.
1968 gab es viel Revolutionäres. Diese Scheibe gehört unbedingt und ganz vornean dazu.
Und das erst recht.
Gab's in USA als Doppelalbumdröhnung. In Deutschland nur einfach und ein bißchen weniger.
Klassiker. Und was für einer!
You can't stop running water!
Helden - und du Königin!
Geniale Musik zu einem guten Film.
Sie vor allem macht ihn zu dem Meisterwerk, das man bis in alle Ewigkeit zeigen und sehen wird. Und hören.