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Verabstimmt.
Was für ein Blödsinn geredet wird, auch (und gerade?) für die gute Sache! Dauernd hört man nach dem Votum der Schweizer gegen die Errichtung von Minaretten, über Menschenrechte (Religionsausübung) könne man nicht abstimmen. Wie bitte sind denn die Menschenrechte in Erklärungen, Verfassungen, Gesetze etc. gekommen? Vom Himmel gefallen? Durch Geisterhand? Durch Diktat? Natürlich durch Mehrheitsbeschlüsse, also doch wohl durch Abstimmungen. Oder wie?
(7. Dezember 2009)

Sehr eigentümlich.
Was will uns die "Rheinische Post" damit melden? Etwa daß Hrdlicka irgendwie aus Eigensinn  gestorben ist?
(7. Dezember 2009)

Prozeß pervers.
Der Prozeß gegen den ukrainisch gebürtigen KZ-Arbeiter John (Iwan) Demjanjuk hat etwas bedrückend Perverses. Denn:
"Nach Abschluss einer vierjährigen Schulzeit arbeitete Demjanjuk als Traktorist in einer Kolchose. 1940 wurde er von der Roten Armee eingezogen. Im Mai 1942 geriet er auf der Krim in deutsche Kriegsgefangenschaft. Demjanjuk kam in ein Kriegsgefangenenlager bei Chełm, wo er sich als sogenannter Hilfswilliger rekrutieren ließ. Er wurde im SS-Außenlager Trawniki ausgebildet und anschließend von der SS vereidigt. Seine erste Aufgabe war die Bewachung jüdischer Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft. Kurz darauf war er im KZ Majdanek tätig, welche genaue Aufgabe er dort hatte, ist nicht geklärt. Am 27. März 1943 wurde er in das Vernichtungslager Sobibor abkommandiert, wo er als einer von etwa 130 Hilfswilligen unter dem Kommando von 20 bis 30 Deutschen gedient haben ... soll."
Soweit die Zusammenfassung in Wikipedia.
Das heißt: Die Deutschen, die einst Demjanjuk zu ihrem Gefangenen machten, die ihn zum Dienst und zur Gewalt und zur Unmenschlichkeit zwangen oder verführten, die ihn ausbildeten und ihm befahlen, die machen ihrem Opfer, einem mittlerweile 89-jährigen, nach 66 Jahren den Prozeß statt sich selber! Wie hieß das berühmte Wort? "Furchtbare Juristen"? Ja, genau, so hieß es.
(1. Dezember 2009)


Die Gerechten, Teil 1
Daß mit dem ehemaligen ukrainischen KZ-Schergen John (Iwan) Demjanjuk ein 89-jähriger hinfälliger Greis noch vor Gericht gestellt bzw. gelegt wird, hat auch viele links-liberale Prominente empört.
Woody Allan sagte: "Niemand wird besser schlafen, nur weil John Demjanjuk im Gefängnis sitzt." Außerdem sei er resozialisiert, denn: "Er kann nicht in die USA einreisen, er hat seit Jahren als normales Mitglied der Gesellschaft gelebt, er hat nichts mehr gemacht. Jetzt, im Alter sollte man ihn in Ruhe lassen."
Auch der deutsche Filmemacher Volker Schlöndorff äußerte sich ähnlich: Es sei geradezu alttestamentarisch, Demjanjuk nach so langer Zeit noch festzunehmen. Selbst für Terroristen, "die Tote auf dem Gewissen haben", gebe es Verjährungsfristen, so Schlöndorff. "Inzwischen hat er selbst Kinder und die werden mit abgestraft, bis ins zweite und dritte Glied. Was soll man denn machen? Ihn täglich öffentlich auspeitschen vielleicht?"


Die Gerechten, Teil 2
Ja, Sie haben es natürlich bemerkt: Allan und Schlöndorff haben über Roman Polanski (76) gesprochen und nicht über John Demjanjuk (89).
(1. Dezember 2009)


Die Gerechten, Nachtrag für Begriffsstutzige, Vernagelte, Überwollende & Besorgte.
Sagt doch tatsächlich ein guter Freund zu mir, das sei aber problematisch, den Polanski so neben den Demjanjuk zu stellen. Ist es nicht, denn es geht gar nicht um die jeweiligen Taten (bei Polanski prozessual erwiesen – Schuldbekenntnis USA = Verurteilung –, bei Demjanjuk bis dato nur Anschuldigung der Staatsanwaltschaft), sondern um die Art des Freispruchs durch Polanski-Freunde. Keiner von denen hat über die Tat gesprochen, nur darüber, daß man einen alten Mann, der jahrelang nichts gemacht habe und nicht mehr in die USA könne, nicht mehr verfolgen solle. Diese "Argumente" träfen aber auf Demjanjuk genau so zu. Sie sind also bescheuert, bigott und gefährlich. Quod erat demonstrandum.
(28. Februar 2010)

Das Tier. Die Tierinnen? Phoenix in der Asche!
Phoenix ist der "Ereignis- und Dokumentationskanal der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten". Da ist es angemessen, ein Ereignis bei der Übertragung vom SPD-Parteitag zu dokumentieren. Spricht doch der Kommentator von den "Mitgliederinnen und Mitgliedern"! Asche auf das Haupt von Phoenix, das ist doch komplett panne. Wer das nicht gleich verstehen will und politisch korrekt findet: Es ist "das Mitglied", und von einem Neutrum gibt es weder einen maskulinen noch einen femininen Plural, es handelt sich also um kompletten Blödsinn von Menschen mit dem Gut-Brett vorm Kopf. Wie so oft ist "politisch korrekt" gleichbedeutend mit peinlichem Kokolores.
(14. November 2009)

Überraschung!
Da sind wir echt und angenehm überrascht, als uns heute morgen der Kollege Moderator mitteilt, daß "der Verteidigungsminister überraschend in Kabul zu einem Überraschungsbesuch eingetroffen ist".
Der überraschende Überraschungsbesuch – da kann man mal sehen, wie groß die Geheimhaltung gewesen sein muß! Vorbildlich!
(12. November 2009)


Wir gedenken dem Genetiv.
Man muß wissen, wann es Zeit ist, sich geschlagen zu geben. Gegen die massive "Rettet-dem-Dativ-Kampagne" kommen wir doch nicht an. Die Fraktion des Demlichen ist einfach stärker. Unendlich stärker.
Im nationalen Qualitätsradio (mehrfach): "Wir gedenken dem Ende des Ersten Weltkriegs". Im Text des nationalen öffentlich-rechtlichen Fernsehen(s): "Die Fans gedenken ihrem Helden" (Robert Enke); im Morgen-Fernsehen dito der Bericht aus Hannover: Ballack & Co "haben im Gottesdienst ihrem Kameraden gedacht". SPD-Mann Heil im Bundestag: "Ich kann mir des Eindrucks nicht erwehren, dass ...".
Alles in knappen 24 Stunden, und das ist nur das, was ich nebenbei hören und sehen durfte. (12. November 2009)


Schussmann.
In Radio und Fernsehen ist die Aussprache nicht ganz unwichtig. Sprach doch letztens ein Nachrichten-Sprecher von "der internationalen Schusstruppe in Afghanistan"; gemeint war höchstwahrscheinlich die Schutztruppe – aber wer kann sich da schon sicher sein.
(11.11.2009)


Trauerspiel.
Über die Toten nichts oder nur Gutes. Aber was ist mit den so leidenschaftlich Trauer zelebrierenden Fans des Tormanns Enke? Abseits pfeifen! Aus einem Mann einen Helden und Märtyrer machen, der für seine kleine Adoptivtochter nicht mehr da ist, der sich nicht mehr um das Dutzend Hunde kümmert, die er aus Tierliebe bei sich aufgenommen hat, ein Mann, der seine Frau mit all dem allein läßt und einem unglücklichen  Lokomotivführer ein lebenslanges Trauma beschert? Enke, ein armer Kerl, gewiß, aber warum die geile Jubeltrauer? Ein abstoßendes Trauerspiel.
(11. November 2009)


Heldentod.
Im US-Stützpunkt Fort Hood hat ein Irrer 13 wehrlose Menschen durch wahlloses Trommelfeuer erschossen. Zur Beisetzung kommt der Präsident Obama und erklärt die Toten zu Helden. Man ist ein Held, wenn man von einem Psychopathen hinterrücks gemeuchelt wird? Was für ein Unsinn! Sinn macht das nur, wenn man Menschen das Sterben (fürs Land) versüßen und verklären will Wie sagte James Bond in "Goldfinger? "Widerlich, einfach widerlich".
(11. November 2009)


Compassion.
Bei der abendlichen Trauerandacht für den unglückseligen Tormann Enke predigt die Protestanten-Chefin, die Bischöfin Käßmann, und sagt (effektvoll zögernd, suchend): es brauche "Empathie, Compassion (deutsch ausgesprochen), Mitleid". Daß sich die Kirche des wortgewaltigen Martin Luther so affektiert und spitzfingrig an die Sprache des Volkes raneiert, auch das erklärt die Lage dieser Konfession.
(11. November 2009)


Vereinigter Staat von Amerika.
Auch mit den USA ist das so eine Sache. Es gerät offensichtlich in Vergessenheit, daß diese Abkürzung für einen Plural steht. Deshalb lesen und hören wir: Die USA hat erklärt, die USA bereitet sich vor, die USA wählt den Präsidenten usw. Ist es nur flagrante Blödheit oder steckt Absicht dahinter – die USA kleinmachen?
(10. November 2009)


KG
Wird Egon Krenz, der letzte DDR-SED-Führer, rehabilitiert? In vielen Sendungen zum Mauerfall vor 20 Jahren hört man jetzt von der "Krenz-Öffnung". Oder liegt es nur an der schlampigen Aussprache, bei der sich G wie K anhört?
(9. November 2009)


Unter Oberdeppen.
Es ist ja bekannt, daß die Rechtschreibreform gemacht worden ist, damit den Sprach-Deppen weniger Fehler angestrichen werden können. Damit hat man aber das Deppenhafte nur gesteigert. Lese ich doch kürzlich in meinem geliebten öffentlich-rechtlichen Video-Text: "Grippeimpfung für unter Dreijährige". Für unter Dreijährige? Ein Irrenhaus.
(2. November 2009)

Dummweltpreis.
Deutscher Umweltpreis für den Bundespräsidenten Horst Köhler? Das ist ja eine tolle Sache! Aber warum bloß hat er den bekommen?
Ganz einfach, weil die Video-Text-Leute vom einäugigen ZDF ihre eigenen Meldungen nicht lesen oder begreifen. Erhalten oder verleihen – wo ist denn da der Unterschied!?
Beim ARD-Text ist es leider nicht besser.
(26. Oktober 2009)

Verwischt.
Frühmorgens im Radio, ich sage nicht wo, der Bericht über den Streik der Putzfrauen und
-männer. Eine Streikende sagt: „Wenn man einen Hund so lange tretet, dann beißt er irgendwann zurück.“ Und die Reporterin spricht von der „Gebäudigereinigerbranche“. Vielleicht sollte man trotz Streik mal die Sprache saubermachen.
(20. Oktober 2009)


Zum Henker.
Ein norddeutscher Rundfunksender, über dessen nachlassende Qualität man sich schon seit Jahren Gedanken machen muß, meldet in den Nachrichten, daß die Kompetenzen des Bundesbank-Vorstandes Thilo Sarrazin beschnitten werden sollen und fügt hinzu, der Mann habe sich abfällig über Türken und Araber in Berlin geäußert und damit „bundesweit für Entrüstung“ gesorgt.
Wenn das eine Nachricht sein soll, dann ist sie falsch. Er hat bundesweit für Zustimmung und Entrüstung gesorgt, und wenn man melden will, wofür er vor allem gesorgt hat, dann hätte es heißen müssen: „bundesweit für Zustimmung gesorgt“. Es ist eine Schande, wie das Nachrichtenhandwerk auf den Hund kommt, wie Nachrichtenredakteure immer ungenierter versuchen, ihre Meinung, ihre politischen Ziele als objektive Fakten zu verkaufen. Apropos: „Nachrichter“ war in alten Zeiten die Bezeichnung für den Henker.
(13. Oktober 2009)


Cherchez l'argent.
Der französische Kulturminister Mitterand hat offenbart, daß er als Sextourist thailändische Jungs für entsprechende Dienstleistungen bezahlt, also gekauft habe. Aber die Jungs seien nur wenig jünger gewesen als er und außerdem hätten sie ihr Einverständnis zu erkennen gegeben. Ja klar, auch für das Einverständnis wird doch gezahlt. Was für eine Verarsche.
(10. Oktober 2009)


D-Day.
Der mit dem Provinzfriedensnobelpreis geehrte US-Präsident Obama erklärte, er empfinde Demut. Igitt – schwülstige Eitelkeit, fast ekelhaft.
(9. Oktober 2009)


Provinznobelpreis.
Der Friedensnobelpreis wird von einem 5-köpfigen Komitee norwegischer Politiker vergeben, die das norwegische Parlament ernennt. Norwegen hat nicht ganz 5 Millionen Einwohner. Der Preis ist provinziell, beliebig, unerheblich. Das einzig Große ist die Preissumme: 1 Million Euro. Aber mehr ist er einfach nicht wert. (Gilt auch für den Literaturnobelpreis, den 18 schwedische weltweit unbedeutende, unbekannte Literaten mit Mehrheit auskegeln.)
(9. Oktober 2009)


Torwegen.
Friedensnobelpreis für Barack Obama? Naiv.
(9. Oktober 2009)

Märheiten.
Fällt Ihnen bei diesem Tagesschau-Bild etwas auf?
Ja natürlich: die schöne Sprecherin, die verschämt auf ihre Blätter guckt.
Und warum schlägt sie den Blick nieder?
Vielleicht ist auch sie peinlich berührt von einer Grafik, die eine Partei mit einem Wahlergebnis von 18,5 % über eine Partei mit 31,2 % stellt. 
Auch gegen das Alphabet.
(1. Oktober 2009)

Hilfe!
Da muß man erstmal draufkommen. Nach dem Tsunami im Pazifik meldet einer der privaten TV-Sender: "Jetzt rollt die Hilfswelle an!"
(30. September 2009)


Mantra.
Staatsknete für (New) Opel? Konkursverschleppung. Nichts weiter.
(26. September 2009)


Fehlender Kanal.
In Istanbul haben Regenfluten viele Menschen getötet und große Schäden angerichtet. Das Nachtjournal des bei Information ansich ziemlich fitten RTL-Fernsehens weiß, daß die Ursachen in der Vergangenheit liegen: "...damals sind die fehlenden Kanäle entstanden."
(12. September 2009)


Gut gegeben.
Ein deutschlandweites Radio berichtet in den Nachrichten von einem durch die Bundeswehr veranlaßten Luftangriff in Afghanistan und bilanziert: "Dabei hat es gut 50 Tote gegeben." Gut?
(5. September 2009)


Wegruf.
Nach Landtagswahlen, die füt die Kanzlerin-Partei CDU gar nicht gut ausgingen, hörte ich den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch sagen, dies sei ein Wegruf gewesen. Ich brauchte tatsächlich einige Zeit, bis mir aufging, daß er Weckruf meinte.
(2. September 2009)


Dienstschußfahrt.
Dieter Althaus, der Ministerpräsident des Bundeslandes Thüringen, hat im Skiurlaub einen Unfall verursacht, bei dem eine Frau und Mutter zu Tode kam. Die Skifahrt von Althaus war sicher keine Dienstfahrt. Warum also legt der Mann am Grab seines Opfers Kränze nieder (läßt niederlegen), auf deren Schleife nicht nur "In tiefer Trauer" und "Dieter Althaus" steht, sondern dies: "Familie Dieter Althaus / Thüringer Ministerpräsident"? Das ist doch bodenlos. Was hat Thüringen, was hat das Amt des Ministerpräsidenten mit dem Skiunfall zu tun? Und: Ist auch die Familie "Thüringer Ministerpräsident"? Was ist das für eine verbockte, widerwärtig verhuddelte Trauer, die, wenn redlich und ehrlich, doch privat zu sein hätte. Da fragt man sich ja sogar, wer wohl den Kranz bezahlt hat.
(22. August 2009)


Niemand hat die Absicht, einen Dativ zu bauen.
Zum Tag des Mauerbaus ist der Axel-Springer-Verlag, ist unsere geliebte Bild-Zeitung besonders berufen. Also in Bild.de der große Bericht, überschrieben: "Berlin gedenkt den Maueropfern". Berlin bleibt doch Berlin.
(14. August 2009)


Infopainment.
Bei fast allen Fernsehmorgenmagazinen hat sich ein aufgesetztes Heißa-Getue etabliert, das zum Blödesten gehört, was einem TV derzeit bietet. Journalisten spielen Comedian. Das können die (meisten) einfach nicht, peinlich.
Oberpeinlich, wenn es sich mit der knappsten Viertelbildung paart. Gerade gesehen & gehört, wie eine verkrampft überdrehte Juchhu-Moderatorin zu Piraterei in Europa wissend bemerkt: "... also nicht nur am Kap Ho(o)rn." Na, das wäre was, wenn die Bundeswehr dort im Einsatz wäre statt am Horn von Afrika. Tödliche Lächerlichkeit.
(12. August 2009)

Auf den Hund gekommen.
In den Dritten TV-Programmen Deutschlands läuft eine Reihe "Reisewege", bei meinem Haus- und Lieblingssender ressortiert sie unter "Wissen". In der Folge "Devon – Sprungbrett zur Seeherrschaft" hapert es allerdings mit dem Wissen. Wir lesen im Programmhinweis: "Arthur Conan Doyle stieß dort auf die Sage der Whist Dogs und schrieb seinen Roman 'The Hound of Baskerville'."
Da fällt sogar Dr. Watson auf der Stelle in Ohnmacht. Denn es weiß doch jedes Kind, daß Conan Doyles Roman "The Hound of the Baskervilles" heißt und falsch ins Deutsche übersetzt wurde: "Der Hund von Baskerville". Daß der den Film produziert habende "Saarländische Rundfunk" den nun auch noch falsch ins Englische zurückübersetzt, das ist eine so geheimnisvolle Schurken-Tat, daß auch Sherlock Holmes ratlos zum geliebten Kokain greifen dürfte.
(4. August 2009)


Samthosen.
Bild und die Schwester BamS können grob zulangen und brutal gemein sein, haben aber durchaus auch einen Sinn für feine Sticheleien. So berichtet Bild am Sonntag über den Promi-Auftritt der Frau Justizminister Zypries bei den Bayreuther Festspielen, nachdem diese wenige Tage zuvor amtlich ein Adoptionsrecht für schwullesbische Paare gefordert hatte: "Gegen 15 Uhr erscheint Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in Begleitung der Berliner Literaturagentin Karin Graf – und in Samthosen. 'Ich trage auch sonst keine Kleider', sagt sie und dass sie es gut findet, dass der Grüne Hügel jetzt in Frauenhand ist."
(26. Juli 2009)

Tristan und äh, hmm, tja.
Hauptsache richtiges Bewußtsein, Hauptsache Gag. Fakten sind heutzutage nicht mehr so wichtig, Baby Schimmerlos hat das Sagen. Also die EPG-Ankündigung der ARD-Tagesthemen am Tag der Eröffnung der Bayreuther Festspiele 2009: "Bayreuther Festspiele zum ersten Mal in Frauenhand."
Die Urgroßmutter der jetzigen Chefinnen, Cosima Wagner, die Tochter von Franz Liszt und Gemahlin Richard Wagners, führte nach dessen Tod (1883) die Festspiele bis zum Jahr 1906, also mehr als 20 Jahre. Merke: Die Macht von Frauen ist keine Erfindung der Neuzeit, auch wenn Tagesthemen nicht über bzw. vor den Tag hinaus schauen können.
(25. Juli 2009)


Staatistick.
Ob die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) etwas vom Recht versteht, möchte ich nicht beurteilen.Von Statistik hat sie jedenfalls keine Ahnung. Sie hat eine Studie bestellt, mit der sie beweisen will, daß schwullesbische Partnerschaften Adoptionsrecht bekommen sollten.
Öffentlich behauptet die ahnungslose Frau Minister, die Studie sei überdurchschnittlich repräsentativ, denn: “Bereits eine Befragung von 1 % der Zielgruppe gilt gemeinhin als repräsentativ.“ Also 1 von 100? 10 von 1000? So was regiert (uns)!
(23. Juli 2009)

Digitalfahrt.
Das zu recht so genannte "Zweite Deutsche Fernsehen" (ZDF) hat mit großem Brimborium ein virtuelles, digitales Studio für seine Nachrichtensendung "Heute" eingeführt und befeiert. Als ob das wichtig sei: Die Nachrichten, die News-Filme sind doch dieselben. Zum Beispiel am Premierentag der neuen Nachrichtenkulisse der Film über Proteste orthodoxer Juden in Israel. Als die auf den Straßen Dinge in Brand setzen, fragt der ZDF-Reporter (Christian Sievers!) mißbilligend aus dem Off, ob so was wohl auch in der Bibel stünde? In der Bibel? Wohl im für Friedliches zuständigen Neuen Testament? Für orthodoxe Juden? Das ist so virtuell, daß es auch digital nicht zu retten ist.
(17. Juli 2009)


Rettet dem Akkusativ!
Eine Moderatorin interviewt Marie-Luise Beck von den Grünen und fragt: "Mutet Ihnen das nicht auch merkwürdig an, dass ..." Ihnen?! Da fällt einem doch sofort die schöne Ente-Lippens-Geschichte ein, eine der Fußball-Legenden! Schiedsrichter: "Ich verwarne Ihnen!" Ente Lippens: "Ich danke Sie."
(10. Juli 2009)


Günstig.
Große Erregung im Rems-Murr-Kreis, nahe Stuttgart. In der Großen Kreisstadt Fellbach, die mit bestens ausgestatteten öffentlichen Einrichtungen für Kultur, Tagungen, Freizeit und Fortbildung wirbt, bietet ein Bordell eine Flatrate an: "Sex mit allen Frauen / So lange du willst / So oft du willst / Und wie du willst!" Kostenpunkt 70 Euro.
Wie gesagt: Große Empörung. Ein Landtagsabgeordneter der CDU äußert: "Der günstige Preis legt den Verdacht nahe, dass die häufig unbedarften Frauen ausgenutzt werden." Der günstige Preis? Was zahlt man denn sonst so? Und was wäre denn der richtige Preis, bei dem nicht mehr ausgenutzt wird? Fragen Sie Ihren Abgeordneten.
(3. Juli 2009)


Nachäffen.
Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" bringt ab und zu Falschmeldungen. Jetzt diese: "Junge Affen lachen wie Kleinkinder". Das ist natürlich grober Unfug. Richtig muß es – zumal im Darwin-Jahr 2009 – heißen: "Kleinkinder lachen wie junge Affen".
(4. Juni 2009)


Potzdam.
Es gibt genervte Menschen, die behaupten, beim Video-Text der ARD (gemacht im schönen Potsdam) sei solide Unsicherheit in Orthographie und Grammatik eine der Einstellungsvoraussetzungen. Das stimmt überhaupt nicht, auch wenn man so ungefähr jeden zweiten Tag tatsächlich den Eindruck haben könnte.
(8. Mai 2009)


Kaputt.
Einer meiner Hunde hat durch Kampf und Krankheit beide Augen verloren. Ein Bekannter, der im Rahmen von Familienfeierlichkeiten Gast im Hause ist, fragt kregel ob der eitlen Lässigkeit: "Ist das der kaputte Hund?" Keine Frage ist, wer und was tatsächlich kaputt ist.
(4. April 2009)


Ein bißchen Selbstschuß.
Der SPD-Ministerpräsident des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, hat die gute alte DDR in Schutz genommen: "Ich verwahre mich dagegen, die DDR als totalen Unrechtsstaat zu verdammen, in dem es nicht das kleinste bißchen Gutes gab", sagt der Genosse. Und fügt eine geradezu irre Verschlimmbesserung hinzu: Allerdings habe es keine Kontrolle durch unabhängige Gerichte gegeben – "Insofern hat zur DDR immer auch ein Schuß Willkür und Abhängigkeit gehört." Ein Schuß Willkür? Etwa aus den Selbstschußanlagen?
(23. März 2009)


Koma nach Amok.
Der für den Amok-Ort Winnenden territorial zuständige Fernsehsender SWR (Südwestrundfunk) zeigt kurz nach dem Massaker, am Samstagmorgen, einen Spot für eine Sondersendung über dieses die ganze Nation erregende und bestürzende Ereignis, über das halbmastgewürdigte Erschießen von 15 Menschen plus Täter.
Der gleich darauf folgende Trailer bewirbt die Fußballberichterstattung am Wochenende mit dem schönen Slogan "Hier wird scharf geschossen". Wie nennt man das? Programmkoordination? Selbsttor des Monats? Koma nach Amok?
(14. März 2009)


Eintrag ins Klassenbuch:
Man geht nicht zur Schule. Man geht zu Lehrern.
(22. Februar 2009)


Päpstlicher.
Kanzlerin Merkel und die Bild-Zeitung haben die hübsche Schlagzeile "Wir sind Papst" offensichtlich mißverstanden.
(4. Februar 2009)


Äh ...
In Deutschland spricht man bekanntlich englischer als englisch, man denke an Händy. Deshalb hieß der afrikanische UN-Generalsekretär hierzulande auch anders als er selber meint, nämlich nicht Kofi Annan, sondern Kofi Ännän. Dasselbe Schicksal erleidet im Land der Ober-Opportunisten Barack Obama. Der wird (auch in Funk & Fernsehen) nicht so genannt wie er und seine Frau es tun (Barack), nein, es muss Bäräck sein, wenigstens noch Bärack oder Baräck. Wieder ein Fall fürs Fremdschämen mit Ä.
(1. Februar 2009)


O, Bama!
So müßte der Mann in Deutschland eigentlich geschrieben werden, nach dem Bohei, den die Deutschen um den neuen amerikanischen Präsidenten veranstaltet haben, Wie sagte Churchill einst: Die Deutschen hat man entweder am Hals oder zu Füßen.
(26. Januar 2009)

Guantanamogelei.
Daß der ehemalige Schröder-Adlatus Steinmeier kein Politiker von Graden (höchstens von Gnaden) ist und als Kanzlerkandidat voll die Fehlbesetzung, das hat er nun unterschriftsreif bestätigt. Erst verkündet er, Deutschland wolle Guantanamo-Häftlinge aufnehmen, ohne darüber mit den zuständigen Innenministern (Bund/Länder) auch nur eine Silbe gesprochen zu haben – und vor allem ohne jede diesbezügliche Anfrage aus Washington.
Dann schiebt er zur jämmerlichen Begründung hinterher, man wolle doch, daß Guantanamo geschlossen werde, und das dürfe doch nicht an mangelnder Aufnahmebereitschaft scheitern.
Was geht bloß in diesem Kopf vor? Ist er doof oder hält er uns dafür? Glaubt jemand im Ernst, Obama werde sich im Weißen Haus vor die Presse stellen und erklären:
"Leider kann ich mein Versprechen, Guantanamo zu schließen, nicht erfüllen, weil Deutschland und Europa keine Gefangenen aufnehmen wollen. Sorry, God bless you all."?
So was will uns Steinmeier erzählen? So was will Kanzler werden? Gott schütze uns alle.
(24. Januar 2009)

Gleisbett.
Bei allem Respekt vor den allerletzten Dingen: Wohin es in Deutschland nun gekommen ist, zeigt sich u.a. daran, daß ein mehrfacher Milliardär sich vor ein öffentliches Verkehrsmittel werfen muß und sich die Beförderung vom Leben zum Tod so auch noch erschleicht. Das ist echt tragisch.
(6. Januar 2009)

Der Beistrich.
Wie wichtig trotz der blödsinnigen Rechtschreibreform der Beistrich (vulgo: Komma) ist, läßt sich mit der folgenden Tagesschau-Online-Meldung zeigen:
"Im Kampf gegen das Verbrechen will Amsterdam zahlreiche Bordelle und Haschisch-Cafés in der historischen Altstadt schließen. Die Stadt will so gegen Gewerbe vorgehen, die zur organisierten Kriminalität beitragen, und das Stadtzentrum für Touristen aufwerten."
Und hier eine Fassung, bei der wir das letzte Komma einfach mal weglassen und uns fragen, ob das so nicht auch irgendwie stimmt:
"Im Kampf gegen das Verbrechen will Amsterdam zahlreiche Bordelle und Haschisch-Cafés in der historischen Altstadt schließen. Die Stadt will so gegen Gewerbe vorgehen, die zur organisierten Kriminalität beitragen und das Stadtzentrum für Touristen aufwerten."
(10.12.2008)


Kotzblitz!
Ich habe ihn gehört! Den Freud'schen Versprecher der CDU-Vorsitzenden Merkel.
In ihrer großen Stuttgarter Parteitagsrede sprach sie auch den hessischen Ministerpräsidenten an, und zwar so:
"Lieber Roland Kotz - (Pause, Entsetzen im Saal) - Koch ..."
Auweia! Mal sehen, wie lange es bis zu You Tube dauert. Kochs Gegner liegen derweil zwar am Boden, aber nun auch vor Lachen.
(1.12.2008)


Mitnahme-Effekt.
Der neue Mann im Bundesvorstand der Grünen, Cem Özdemir, hat sich bemüht. die fällige mitreißende Bewerbungsrede zu halten, und verwendete dabei eine von allen Parteien ständig benutzte Floskel, nämlich so: man müsse "für eine Gesellschaft kämpfen, in der alle mitgenommen werden". 
Erstens: Interessant, daß Politiker wirklich glauben, sie seien an der Spitze des Fortschritts, die Leute müßten ihnen folgen und wenn nicht, ("Führer befiehl, wir folgen" geht ja nicht mehr) dann müßten die mitgenommen werden – Hybris, die aus Verblendung oder Dummheit oder beidem entspringt.
Zweitens: Wenn einer kommt und sagt "Wir nehmen Sie jetzt mit", dann kann man doch nur vor Angst schlottern.
Drittens: Und außerdem: Wer will schon mitgenommen aussehen? Von Politikern!
(16.11.2008)

Mama Roth, Vati Özdemir.
Die Grünen haben wieder ihre "Doppelspitze" gewählt. Die muß zwingend aus einer Frau und einem Mann (oder umgekehrt) bestehen. Man wundert sich, daß die Grünen damit das von ihnen bekämpfte klassische Ehe-Modell (überholt! reaktionär!) zur Partei-Regel machen. Wo bleibt die ergänzende Schwulen- und Lesben-Quote (oder umgekehrt)? Wann kommt endlich die Vierer-Spitze? Oder Vierer-Bande? Was sagt Volker Beck dazu?
(16.11.2008) 


Schlimmbänder.
Unsere menschenfreundliche Bild-Zeitung macht sich Sorgen um die an den Stimmbändern operierte "deutsche Pop-Queen" Sarah Connor, genauer gesagt um ihre Stimme.
Dazu muß ich sagen, daß ich mir diese Sorgen mache, seit ich die Dame das erste Mal singen gehört habe.
(2.10.2008)


Wann kommt der Baby-Sack?
Zum Frühstück wird in der Zeitung gemeldet, Müllmänner hätten in einer Bio-Tonne ein totes Neugeborenes gefunden. Ja, das paßt: In Deutschland werden zwar massenhaft Kinder getötet (Abtreibung) und viele weggeschmissen (nachgeholte Abtreibung), aber sie werden als Bio-Müll jedenfalls korrekt entsorgt. Fehlt nach der Baby-Klappe eigentlich nur noch der Baby-Sack – rosa und hellblau.
(13.9.2008)


Urgestein.
Das ist auch so eine Meldung, die einen nachdenklich macht:
"390 Millionen Jahre alte Fossilien sind seit Mittwoch im Düsseldorfer Landtag zu sehen."
Da kann man nur hoffen, daß es sich nicht um Abgeordnete handelt.
(22.10.2008)


Politik mit Jules Verne.
Die großen Acht (G8) haben im Juli 2008 beschlossen, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 zu halbieren. Da kann man nur maliziös grinsen, so wie George Bush das getan hat. Man stelle sich vor, ein solcher Beschluss wäre 1908 bis zum Jahre 1950 gefaßt worden. Danach sank die Titanic, Automobile gingen an den Start, der Erste Weltkrieg veränderte die europäische Staatenwelt, dann Oktoberrevolution & Kommunismus, Weimarer Republik, Hitler, Kernspaltung, Raketen, Auschwitz, Atombomben, deutsche Teilung, Koreakrieg etc.
Also: ein irrer Beschluss - für den sich außerdem niemand von denen, die ihn gefaßt haben, jemals wird veantworten müssen. (Frau Merkel ist 2050 eine Rentnerin von 96 Jahren!)
(8.7.2008)


Fußfallspiel & Proto-Koller.
"Bild am Sonntag" enthüllt einen Skandal, ohne ihn zu erkennen. Erläutert wird die Sitzordnung auf der Ehrentribüne beim Endspiel der Fußball-EM 2008: In der Mitte der "Gastgeber", der UEFA-Präsident. Der Ehrenplatz rechts von ihm gebührt dem ranghöchsten Gast, dem König von Spanien. "Bundespräsident Horst Köhler rangiert heute (weil nur gewählt, nicht gekrönt) protokollarisch hinter Juan Carlos und dem ebenfalls anreisenden Prinz Albert II. von Monaco." Nur gewählt? Das ist doch nicht zu glauben. Das von 80 Millionen Menschen (repräsentativ) gewählte Staatsoberhaupt rangiert hinter dem Operetten-Fürsten eines piratösen Provinznestes am Mittelmeer?! Wer denkt sich so etwas aus?
(29.6.2008)


Blöd.
Die SPD hat schon seit längerer Zeit den Verstand verloren und kann deshalb auch keinen Blumentopf mehr gewinnen. Beispiel die "Linke". Mit der könne man zwar auf Länderebene, aber nicht auf Bundesebene paktieren wegen der Unzuverlässigkeit in der Außenpolitik, also NATO, Europa etc. – so die akute Sprachregelung der SPD. Zur selben Zeit blockiert die mit der SPD in Berlin regierende "Linke" auf Länderebene, nämlich im Bundesrat, die Zustimmung des Landes Berlin zu einem Europagesetz. Man fragt sich: Ist die SPD wirklich so blöd? Oder glaubt sie, wir seien es?
(25.5.2008)


Schafherde.
Die Meldung der "Tagesschau" ist natürlich völlig korrekt. Trotzdem stutzt man: "Der ICE raste in eine Schafherde. 19 Menschen wurden verletzt."
(29.4.2008)


Olé! Ojé!
Sehe gerade die Schlagzeile: "Zwei Spanier an Rinderwahnsinn gestorben". Muß einem da nicht auf der Stelle einfallen, daß jedes Jahr Hunderte von Rindern (Stiere) an Spanierwahnsinn sterben?
(8.4.2008)


Sonnenscheinheilig.
Der Frühling läßt ein paar Sonnenstrahlen los. Die Menschen freuen sich. Nicht wenige offensichtlich vor allem darüber, daß sie nun endlich ihre Sonnenbrillen mit dem Anschein von Plausibilität spazieren tragen dürfen. Ist aber trotzdem oberpeinlich.
(31.3.2008)


Mährheit.
Es ist immer wieder staunenswert und eine Quelle zynischen Vergnügens, wie private TV-Anstalten die hohen Feiertage (Weihnachten, Ostern) programmmäßig gestalten. Äußerst passend zum Karfreitag lief zum Beispiel in diesem Jahr "Stirb langsam". Nun haben sich auch Politiker (Oettinger, CDU) darüber aufgeregt: Die Sender sollten auf die religiösen Gefühle der Mehrheit Rücksicht nehmen. Diesen Einwand verstehe ich nicht. Denn genau das tun sie doch.
(22.3.2008)


Welch ein Glück.
TV-Sender CNN, 16.3.2008, 5.15 Uhr MEZ, Bericht über den Wirbelsturm, der Atlanta (Georgia) traf. Ein erschüttert-erleichterter Anwohner spricht in die Kamera vom Glück im Unglück: "My dog is saved, my wife is saved ..."
(16.3.2008)


Nachher – vorher.
Derzeit wird ein Mordsgetue und Lobesbohei um den ersten Satz in Martin Walsers Goethe-Roman "Ein liebender Mann" gemacht: "Bis er sie sah, hatte sie ihn schon gesehen." Wie wunderbar! Herrlich!
Aber, leider, leider, er hat etwas Plagiatorisches. Hören wir doch in der Hörspielfassung von Stefan Zweigs "Ungeduld des Herzens" (1939/SWR:1961) über eine Aufforderung zum Tanz: "Bevor er sich verbeugt, hat sie schon Ja gesagt." Naja, ich fand Walser nie originell, sowieso überschätzt, ein Simmel für Ärztefrauen etc. (Nichts gegen Simmel!)
(14.3.2008)


Hesslich.
Vor den kommenden Kopulationen mit Gysis & Lafontaines Linker übt die Hessen-SPD schon mal die ergänzende Verfassungsfeindlichkeit, indem Sie eine frei und direkt gewählte Abgeordnete nötigt, ihr Mandat niederzulegen.
Frau Ypsilanti (BILD: "Lügilanti") sagt: Die Abgeordnete Metzger müsse sich der (Wähler betrügenden) Mehrheit in Fraktion und Partei beugen; wörtlich: ihr "Mandat zurückgeben". Zurückgeben? An die SPD? An Frau Ypsilanti? Ein Mandat, welches das Volk gegeben hat? Wohlgemerkt: gegeben hat vor Wortbruch und Lüge in der von Ypsilanti geführten Hessen-SPD.
Diese verkommen dämliche Partei weiß noch nicht mal, was in der Landes-Verfassung steht, oder es ist ihr egal: "Jedermann ist die Möglichkeit zu sichern, in den Landtag gewählt zu werden und sein Mandat ungehindert und ohne Nachteil auszuüben." (Art. 76 der hessischen Landesverfassung)
Zum Wortbruch kommt noch der Verfassungsbruch. Wie sagt Pilawa immer in seinem Quiz: "Das paßt."
(9.3.2008)


Solarbrand.
Hermann Scheer, Solar-Papst und designierter Minister in einer hoffentlich nie kommenden Regierung Ypsilanti, hat davon schwadroniert, eine dem hessischen Wortbruch sich widersetzende Abgeordnete müsse ihr Mandat niederlegen und könne wegen parteischädigenden Verhaltens aus der SPD ausgeschlossen werden. Ich habe es schon lange geahnt: Seine Solar-Sonne hat dem Scheer anscheinend das Hirn verbrannt.
(7.3.2008)


Dialekt dialektisch.
Auf Bayerisch hört sich manches anders an. Zum Beispiel heute morgen, als der CSU-Vorsitzende Huber das Ergebnis der Kommunalwahl im Freistaat kommentierte: "Die CSU ist die dumminierende Kraft geblieben."
(3.3.2008)


Schwere Kraft.
Auch Nachrichten sind immer wieder eine Quelle der Heiterkeit.
Heute zum Beispiel im Radio die Meldung, daß die Amerikaner einen außer Kontrolle geratenen Satelliten mit einer Rakete abgeschossen haben. Die wörtliche Erklärung der Nachrichtenmacher:
"Die USA befürchteten, dass er irgendwann von alleine auf die Erde gestürzt wäre."
Oder auch nicht? Ist das nicht komisch? Da lacht sogar die Schwerkraft! Und Newton in seinem Grab sowieso.
(21.2.2008)


Furchtbar pünktlich.
Richtig schlimm an der Deutschen Bahn ist, daß man sich noch nicht mal auf ihre Unpünktlichkeit verlassen kann. Habe letztens einen Zug verpaßt, weil der tatsächlich auf die Sekunde pünktlich war - das ist doch eine hinterhältige Gemeinheit.
(5.2.2008)

Sehstörung.
In der Debatte um Jugendgewalt mit "Migrationshintergrund" wird von Politiker(inne)n auch geraten, nicht wegzusehen, hinzuschauen. Noch nichts davon gehört, daß der deutsch-orientalische Ruf vorm Zuschlagen/-treten/-stechen so lautet: "Waskuckstdu!!!"?
(13.1.2008)


Vater schafft.
Ein etwas heikles Thema, auf das ich durch Schicksal im Bekanntenkreis aufmerksam wurde: Es gibt Paare, die können Kinder nur bekommen durch Zeugung außerhalb des Körpers, "in Vitro", also im Labor-Glas. Natürlich muß der Vater sein wollende Mann Sperma beisteuern; dazu wird er zwecks Masturbation in eine Kabine geschickt, wo ihn (und jetzt kommt's!) Pornos unterstützen. Nun frage ich mich, warum nimmt man nicht Bilder der auserwählten Mutter? Wie bitte? Das bringt den Erzeuger nicht auf Touren?! Ach so! Na, dann ist es jedenfalls kein guter Anfang, da stimmt doch was nicht.
(11.1.2008)


Gute Nacht!
Seit einiger Zeit zeigt eine einäugige öffentlich-rechtliche TV-Anstalt hin und wieder mitten in der Nacht auch Kinderfilme. Merkwürdig! Wieso, warum? Gucken 6jährige zwischen 2 und 4 Uhr Fernsehen? Oder muß man sich wegen der möglichen Zielgruppe düstere Gedanken machen?
(7.1.2008)


Trauring aber wahr.
In einer sehr gediegenen öffentlich-rechtlichen Talk-Runde tritt die ziemlich bekannte, kluge und höchst sympathische Bordell-Chefin und Prostitutions-Pionierin Felicitas S. auf und erzählt aus dem Leben. Als sie sagt: "Wir haben damals von der Hand in den Mund gelebt" – da habe ich sofort einen herzlichen Gruß in die Ewigkeit geschickt, zu Sigmund Freud.  
(15.12.2007)


Geschenkt!
Überraschende vorweihnachtliche Zeitungsanzeige der spanischen Stadt Barcelona:
"Schenken Sie sich einen Einkaufsbummel in Barcelona."
Danke für den Tipp. Die müssen ja wissen, daß man sich den schenken kann.
(2.12.2007)


Kopf? Rechnen!
Ich lese einen Kommentar der "Hannoversche Allgemeine Zeitung" zum Bahnstreik. Dort wird die "Deutsche Bahn" so kritisiert: "Wer vor immer neuen Gerichten das Streikrecht anficht, wer den Staat zu Hilfe ruft, wer eine Gewerkschaft mit nur 30.000 Mitgliedern auf fünf Millionen Euro Schadensersatz verklagt - der will ihr an die Existenz." Wie bitte? Kommentatoren, pfeift auf Worte, laßt Zahlen sprechen!
5 Millionen geteilt durch 30.000 macht rund 167 Euro pro Mitglied dieser aufgeplusterten Mini-Gewerkschaft. Und das soll an die Existenz gehen? (Um es dann auch mal so zu sagen: Schön wär's!)
(17.11.2007)


Klima-Zulassungsstelle.
Eben höre ich in den Nachrichten, der UN-Generalsekretär Ban habe gesagt, man dürfe nicht zulassen, daß die Gletscher schmelzen. Sehr gut! Man darf auch nicht zulassen, daß sich die Erde so langsam dreht wie momentan. Wenn sie sich schneller drehte, hätten UN-Generalsekretäre nämlich weniger Zeit, dummes Zeug zu reden.
(11.11.2007)


Walter Kempowski ist gestorben. (Kurzfassung)
Der Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Rostock ruft nach:
"Unsere Hansestadt verliert mit Walter Kempowski nicht nur einen seiner beiden Ehrenbürger, sondern auch einen überragenden Botschafter."
Da qualmt es aus Kempowskis Sarg, in dem der Meister rasend rotiert.
Tja, Rostock, tja, Politiker: ... da helfen keine Pillen; auch Aspirin versagt. 
(6.10.2007)


Wie isses nur möglich!? (Langfassung)
"Nein, wie isses nur möglich", rief die Mutter immer, und der Vater sagte: "Klare Sache, und damit hopp!" Das war die Familie Kempowski aus Rostock, der Walter Kempowski in Buch und Film "Tadellöser & Wolff" ein Denkmal gesetzt hat. Kempowski, der war der große Chronist der Deutschen Geschicke des 20. Jahrhunderts, knorrig und eigenwillig. Seit einiger Zeit war er schwer krank, der Krebs hatte sich über ihn hergemacht. Gefasst und grimmig erledigte Kempowski letzte Arbeiten, und am 5. Oktober 2007 ist er nun gestorben. Er wird in zahlreichen Nachrufen angemessen geehrt, nur nicht von seiner Heimatstadt Rostock. Die würdigt den Sprachmächtigen auf Klippschul-Niveau. Wörtlich die Mitteilung aus dem Rathaus:

"Mit Bestürzung haben die Rostockerinnen und Rostocker heute die Nachricht vom Ableben Walter Kempowskis erfahren", so Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling. "Unsere Hansestadt verliert mit Walter Kempowski nicht nur einen seiner beiden Ehrenbürger, sondern auch einen überragenden Botschafter. Ein Großteil des literarischen Werkes von Walter Kempowski ist mit seiner Geburtsstadt Rostock verbunden. Viele Menschen gerade auch im Westen Deutschlands haben Rostock durch seine Romane kennen gelernt. Als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller Deutschlands hat Walter Kempowski die Stadt nach dem Mauerfall wieder neu entdeckt und die Entwicklung Rostocks aufmerksam begleitet. Sein Ableben ist ein großer Verlust für Rostock. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden."

Unser Mitgefühl aber gilt einmal mehr dem Verstorbenen, der schon vor der Beisetzung im Sarg rotieren dürfte: Die Hansestadt verliert seinen Ehrenbürger! Und noch eine Umdrehung mehr: "... durch seine Romane kennen gelernt" - man lernt Latein oder Tanzen, aber nicht kennen. Die das geschrieben haben, die hätten Kempowski kennenlernen können – und können nur froh sein, daß er tot ist.
(6.10.2007)

Unheimlich.
Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Dieselben Leute, die heftigst gegen Jugenderziehungsheime sind, sind genauso heftig für Kinderkrippen. Das ist doch wirklich interessant!
(13.6.2007)

Krippe und Knast.
Die Regierung des größten deutschen Bundeslandes, von NRW, tagt. Über die Tagesordnung informiert folgende Überschrift einer Nachricht:
"Kabinett berät Novellen für Kindergärten und JVA."
JVA heißt Justizvollzugsanstalt, also Knast. Passt doch herrlich zu Kindergärten im Sinne der gegenwärtigen Krippe-Epidemie.
(22.5.2007)


Böser guter Mensch.
Ein Mann, der Filme wie "Robocop" oder "Total Recall" oder "Basic Instinct" drehte, muß was auf dem Kasten haben. So wundert uns nicht, von Paul Verhoeven in einem Interview (F.A.Z.) eine der notwendigsten Basis-Einsichten überhaupt zu lesen :
"So simpel ist der Humanismus nicht, selbst ein moralisch scheinbar tadelloses Verhalten kann letztlich auf einem Impuls zum Bösen beruhen."
(4.5.2007)


Über Leichen.
Heute morgen gleich zweimal einen hübschen Radio-Versprecher gehört, als vom Terroristen Christian Klar die Rede war: "Hafterleicherung".
(23.4.2007)


Gloog muß man haben.
Ich habe zur Zeit unfaßbares Glück! Bei den meisten Web-Seiten, auf die ich gegoogelt werde, bin ich entweder just in diesem Augenblick vom Zufallsgenerator für einen möglichen Gewinn ausgesucht worden oder ich war exakt der 999.999 bzw. ganz genau der 1millionste Besucher, auf den dringend ein Gewinn (Audi!) wartet; zur Wahrnehmung dieser Riesen-Chance muß ich mich nur sofort anmelden.
Und was soll ich Ihnen sagen: Ich habe tatsächlich gewonnen. Ich habe nämlich weggeklickt und mir die Idioten gemerkt, die mich für einen Idioten halten.
(22.4.2007)


SPD-Nachsitzender.
Die Meinungsforscher von Forsa teilen mit, zwei Drittel der Bundesbürger wüßten nicht, daß Kurt Beck der SPD-Vorsitzende ist. Ja und? Er weiß es doch anscheinend selber nicht.
(12.4.2007)


Sprudelhasser.
Ich kann es nicht mehr hören und lesen:
Die Steuern sprudeln.
Die Steuerquellen sprudeln.
Die Steuereinnahmen sprudeln.
Die Unternehmenssteuern sprudeln.

Und da wir gerade dabei sind:
Jahraus, jahrein, wenn irgendwo irgendeine Messe beginnt, werden in Radio (ja, leider da auch) und Fernsehen die Pforten geöffnet:
Heute öffnet die Hannover-Messe ihre Pforten.
Heute hat die Drupa ihre Pforten geöffnet.
Heute öffnen sich die Pforten der CeBit.
Morgen wird die Fahrradmesse ihre Pforten öffnen.
Entsetzlich, diese stereotype Langweile.

Und da wir gerade dabei sind:
Jahraus, jahrein, wenn irgendwo eine Ausstellung beginnt, wird der Ort in den o.a. Medien zum "Mekka":
Ab heute wird Köln zum Mekka aller Musikliebhaber.
Ab heute wird Frankfurt zum Mekka aller Autofreunde.
Ab heute wird Düsseldorf zum Mekka aller Wassersportler.
Ab heute wird München zum Mekka aller Skiläufer.
Ab heute wird Berlin zum Mekka aller Raver.
etc.
Das ist schlimm wegen fürchterlichster stereotyper schlampiger Sprach- und Phantasielosigkeit. Daß es außerdem die Antipathien gegen Muslime verstärken kann, oder einer schleichenden Islamisierung Vorschub leistet, das kümmert mich, ehrlich gesagt, weniger.
(21.4.2007)


Unklar.
Michael Buback, der Sohn des von der RAF-Bande ermordeten Bundesanwalts Siegfried Buback, behauptet, aus der Terrorszene Hinweise erhalten zu haben, daß der um Begnadigung durch den Bundespräsidenten nachsuchende Terrorist und Mörder Christian Klar mit dem Tod seines Vaters nichts zu schaffen habe, worauf Herr Buback meint, dann könne Bundespräsident Köhler den Klar ruhig begnadigen.
So? Ich meine, wenn Klar mit dem Tod des Vaters nichts zu tun hatte, dann geht den Sohn die Frage der Begnadigung schon mal gar nichts an. In Zahlen: 0.
(19.4.2007)


Spendierstaat macht Steuergeschenke.
Hat die SPD den sozialistischen Furz-Ideen von der Allmacht des Staates und der Totalenteignung der Menschen wirklich abgeschworen? Anscheinend nur offiziell. In Hinterkopf & Stammhirn sind die immer noch. Entnehmen wir jedenfalls der Presse, als Wirtschaftsminister Glos zu Ostern von Steuersenkung gesprochen hatte:
„Überall lauern Milliardenrisiken und Herr Glos macht den Spendieronkel“, schimpfte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß gegenüber der PNP ("Passauer Neue Presse"). SPD-Generalsekretär Hubertus Heil monierte, bei Glos’ Steuersenkungsvorschlägen handle es sich um „unfinanzierbare Steuergeschenke“.
Alles klar? Wenn sich der Staat weniger unter den Nagel reißt, ist das: Ein Geschenk von einem Spendieronkel. Wie heißt es in Orwells "1984": "Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke." Die SPD-Spitze ergänzt: Nichts wegnehmen ist ein Geschenk. (Was sind das bloß für Leute!)
(11.4.2007)


Herzlichen Glückwunsch!
Da Gerhard Schröder heute Geburtstag hat: man kann sich doch nur dazu beglückwünschen, daß er nicht mehr Kanzler ist. Und noch viel schöner: Seine Frau ist es auch nicht mehr. 
(7.4.2007)


Verdammt und verdummt.
Die Rheinische Post, eine der größeren deutschen Tageszeitungen, titelt zur Veröffentlichung des 2. Klimaberichts des UN-IPCC: "Bush lässt Klima-Bericht entschärfen".
Es ist schon erstaunlich, wie ungehemmt in Deutschland wieder Sündenböcke gemacht werden, wie leichtfertig man Hetzeffekte erzeugt, wie gewissenlos Menschen verdammt und verdummt werden.
Denn: Sowohl IPCC als auch seine Klimaberichte sind politische Produkte, aufgrund bewerteter wissenschaftlicher Erkenntnisse und Hypothesen. Die meisten der beteiligten Länder sind im Klimabericht nicht nur politisch involviert, sie sind engagiert und an der Formulierung beteiligt. Bekanntgeworden ist: Russland hat sich heftig gegen den Mainstream gesträubt und einzelne Formulierungen abgelehnt, China auch, auch Indien, auch Saudi-Arabien und auch Washington. Aber was macht die Rheinische Post daraus (à la Rotgrün selig): "Bush lässt Klima-Bericht entschärfen". Für den Klimabericht sein, von dessen komplexen Details und verästelten Hintergründen man keine Ahnung hat, und Bush nah an der Hetze verteufeln - das passt wirklich zusammen und zeigt, mit wes Geistes Kindern man es auch und vor allem in der hysterisierten Klimadebatte zu tun hat.
(7.4.2007)


Ladies first.
Sage doch keiner, es gebe keine Kavaliere mehr.
Diese Meldung der Nachrichten-Agentur AP muss jeden erfreuen, der den Schwund von guten Umgangsformen beklagt:
„62-jähriger Kölner erschießt erst Ehefrau und dann sich selbst.“
So ist es vorbildlich! Frauen und Kinder selbstverständlich zuerst.
(14.2.2007)


Kosten los!
Was sagt ein armer deutscher Regisseur des armen deutschen Kinos, dessen arme Filme nur arme Programmkinomasochisten pflichtschuldigst besuchen, was sagt also beispielsweise der arme Christian Petzold ("Yella“, "Wolfsburg“, “Toter Mann“), über Film und Filmgeschichte in der F.A.Z.? Dies:
"Die Filmgeschichte beweist doch: Alle Filme, die interessant sind, haben niemals viel Geld gehabt. Immer wenn einem gesagt wird: Jetzt kriegst du mal hundert Millionen und alles, was du haben willst, dann kommt immer nur Mist dabei raus.“
Ist das nicht zum Totlachen: Dieser arme Regisseur will damit sagen, dass seine Filme klasse sein müssen, weil er kein Geld hat und sie nichts kosten (und genauso aussehen). Psychotherapeutisch höchst interessant, schreiend komisch, und von Filmgeschichte hat der Mann natürlich auch keine Ahnung.
(16.3.2007)


Familie? Nimm zwei.
Der christlich soziale Bundesminister Horst Seehofer hat sich als Ehebrecher entpuppt, der in der Bundeshaupstadt eine deutlich jüngere Frau geliebt und dabei geschwängert hat. Viele sehen darin einen Widerspruch zu seiner (üblichen) Polit-Reklame mit glücklicher Ehe und dem hohen Wert der Familie. Ach was: Seehofer ist eben so sehr Familienmensch, daß er gern zwei davon hat - so einfach ist das. Außerdem finden die Bayern solches toll: Schau an, unser Horst, ein richtiges Mannsbild! War schon bei Strauss so.
(5.2.2007)


Die totale Gewerkschaft. Eitler als die Polizei erlaubt.
Um die „Gewerkschaft der Polizei“ sollte sich mal die Polizei kümmern. Denn was die sich angewöhnt hat und dauernd praktiziert, das gehört zu dem, was eitler, dümmer und schlimmer ist, als die Polizei erlaubt.
Ständig mischt sich der Verein in Fragen ein, die ihn gar nichts angehen. Jetzt wieder bei der Diskussion um einen (nachgerade polizei-)staatlichen Einbruch in PCs der Bürger. So was sei notwendig, tönt der Gewerkschaftsvorsitzende Konrad Freiberg.  Aber was geht denn das eine Gewerkschaft an? Was den Vorsitzenden? - ein Oberschwadronör, der in alles spricht, was nach Kamera und Mikrofon aussieht.
Das ist so, als wenn die IG Metall sich zu Techniken der Elektrostahlerzeugung äußerte oder sich in den Maschinenbau der Ingenieure einmischte. Absurd. Also ganz klar: Die „Gewerkschaft des Polizisten Freiberg“ soll endlich die Klappe halten und sich als Verein um soziale Angelegenheiten und Entlohnung der Mitglieder kümmern. Da hat sie sowieso genug zu tun.
(6.2.2007)


Hartz 10.
Zwei Original-Presse-Meldungen im Namen des Volkes. Kein Kommentar!

1.
Donnerstag, 25. Januar 2007
Ein Arbeitsloser hat in Luxusrestaurants in Düsseldorf wochenlang die Champagnerkorken knallen lassen ohne zu zahlen. Dafür muss er jetzt zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. 
Ohne Geld zu haben hatte er für insgesamt 1600 Euro mindestens 30 Mal gespeist. Das Amtsgericht Düsseldorf wertete das am Mittwoch als 30-fachen Betrug und verurteilte ihn zu zweieinhalb Jahren Haft.
Die Gastro-Tempel hatte der Arbeitslose nach den Mahlzeiten unauffällig verlassen oder dem Personal seine Zahlungsunfähigkeit offenbart.
Vor Gericht gestand der Feinschmecker: "Ich hatte Hunger.“ In eine Imbissbude hätte er nicht gehen können, weil dort sofort bezahlt werden müsse.

2.
Freitag, 26. Januar 2007
Ein umstrittener Justiz-"Deal" hat den früheren VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz vor einer Gefängnisstrafe bewahrt. Das Landgericht Braunschweig verurteilte ihn wegen Untreue und Begünstigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe von 576.000 Euro. 
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Hartz den einflussreichen früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert mit Sonderbonuszahlungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro über zehn Jahre hinweg "bei guter Laune" halten wollte. Dabei habe Hartz eigenmächtig, heimlich und unter Abschaffung von Kontrollmechanismen gehandelt. Zweck sei es gewesen, sich das Wohlwollen des mächtigen Betriebsratschefs zu sichern. Zudem habe Hartz Volkert und dessen früherer Geliebten weitere Zahlungen und Vergünstigungen, darunter teure Reisen, in Höhe von insgesamt rund 600.000 Euro zukommen lassen.
(26.1.2007)


Dreh mit Schreckschraube.
Die ehemalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (Bush = Adolf-Nazi) ist als Schlichterin im Tarifstreit der Fluglotsen vorgeschlagen worden. Geschickt! Vor lauter Schreck könnte man sich vorher einigen.
(5.1.2007)


Helm et Helmet.
In Neuseeland hat ein Bürgermeister angeordnet, daß auch bei einem Wettrennen nackt radelnder Nudisten Helme zu tragen seien. Fragt sich bloß: wo?
(4.1.2007)

Hinweis, ernsthaft:
© Hubert Maessen 1999-2010
Diese "Graphiti" wie alle Original-Texte von Hubert Maessen auf den HMpages hubertmaessen.de / hubert-maessen.info sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Autors Hubert Maessen unzulässig. Insbesondere dürfen die Texte weder vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergegeben (z.B. gesendet oder öffentlich zugänglich gemacht) werden. Links auf die HMpages sind gestattet – sogar erwünscht!

 
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