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»MaessensOriginalGraphiti!« (MOG) gegründet 1999. Letzter Stand: 27. März 2010, 15.13 Uhr.
©Hubert Maessen 1999-2010. Links auf die HMpages sind gestattet – sogar erwünscht! Klauen nicht.*
PFUI ist "Political F*ckin' Unexcusable Incorrect". Aber wahr!


Prima Wandel 2.
Dunkle Jahreszeit: Energiesparlampen sind wirklich toll. Jetzt kann man guten Gewissens die Lampen auch mal länger brennen lassen.
(23.10.2007)

Prima Wandel 1.
Was sagte übrigens meine Frau, als ich bemerkte, heute werde es 29 Grad? "Cool!"
(27.4.2007)



Unter Oberdeppen.
Es ist ja bekannt, daß die Rechtschreibreform gemacht worden ist, damit den Sprach-Deppen weniger Fehler angestrichen werden können. Damit hat man aber das Deppenhafte nur gesteigert. Lese ich doch kürzlich in meinem geliebten öffentlich-rechtlichen Video-Text: "Grippeimpfung für unter Dreijährige". Für unter Dreijährige? Ein Irrenhaus.
(2. November 2009)

Mama Roth, Vati Özdemir.
Die Grünen haben wieder ihre "Doppelspitze" gewählt. Die muß zwingend aus einer Frau und einem Mann (oder umgekehrt) bestehen. Man wundert sich, daß die Grünen damit das von ihnen bekämpfte klassische Ehe-Modell (überholt! reaktionär!) zur Partei-Regel machen. Wo bleibt die ergänzende Schwulen- und Lesben-Quote (oder umgekehrt)? Wann kommt endlich die Vierer-Spitze? Oder Vierer-Bande? Was sagt Volker Beck dazu?
(16.11.2008) 

Schlimmbänder.
Unsere menschenfreundliche Bild-Zeitung macht sich Sorgen um die an den Stimmbändern operierte "deutsche Pop-Queen" Sarah Connor, genauer gesagt um ihre Stimme.
Dazu muß ich sagen, daß ich mir diese Sorgen mache, seit ich die Dame das erste Mal singen gehört habe.
(2.10.2008)

Wann kommt der Baby-Sack?
Zum Frühstück wird in der Zeitung gemeldet, Müllmänner hätten in einer Bio-Tonne ein totes Neugeborenes gefunden. Ja, das paßt: In Deutschland werden zwar massenhaft Kinder getötet (Abtreibung) und viele weggeschmissen (nachgeholte Abtreibung), aber sie werden als Bio-Müll jedenfalls korrekt entsorgt. Fehlt nach der Baby-Klappe eigentlich nur noch der Baby-Sack – rosa und hellblau.
(13.9.2008)

Urgestein.
Das ist auch so eine Meldung, die einen nachdenklich macht:
"390 Millionen Jahre alte Fossilien sind seit Mittwoch im Düsseldorfer Landtag zu sehen."
Da kann man nur hoffen, daß es sich nicht um Abgeordnete handelt.
(22.10.2008)

Politik mit Jules Verne.
Die großen Acht (G8) haben im Juli 2008 beschlossen, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 zu halbieren. Da kann man nur maliziös grinsen, so wie George Bush das getan hat. Man stelle sich vor, ein solcher Beschluss wäre 1908 bis zum Jahre 1950 gefaßt worden. Danach sank die Titanic, Automobile gingen an den Start, der Erste Weltkrieg veränderte die europäische Staatenwelt, dann Oktoberrevolution & Kommunismus, Weimarer Republik, Hitler, Kernspaltung, Raketen, Auschwitz, Atombomben, deutsche Teilung, Koreakrieg etc.
Also: ein irrer Beschluss - für den sich außerdem niemand von denen, die ihn gefaßt haben, jemals wird veantworten müssen. (Frau Merkel ist 2050 eine Rentnerin von 96 Jahren!)
(8.7.2008)

Schafherde.
Die Meldung der "Tagesschau" ist natürlich völlig korrekt. Trotzdem stutzt man: "Der ICE raste in eine Schafherde. 19 Menschen wurden verletzt."
(29.4.2008)

Olé! Ojé!
Sehe gerade die Schlagzeile: "Zwei Spanier an Rinderwahnsinn gestorben". Muß einem da nicht auf der Stelle einfallen, daß jedes Jahr Hunderte von Rindern (Stiere) an Spanierwahnsinn sterben?
(8.4.2008)

Welch ein Glück.
TV-Sender CNN, 16.3.2008, 5.15 Uhr MEZ, Bericht über den Wirbelsturm, der Atlanta (Georgia) traf. Ein erschüttert-erleichterter Anwohner spricht in die Kamera vom Glück im Unglück: "My dog is saved, my wife is saved ..."
(16.3.2008)

Dialekt dialektisch.
Auf Bayerisch hört sich manches anders an. Zum Beispiel heute morgen, als der CSU-Vorsitzende Huber das Ergebnis der Kommunalwahl im Freistaat kommentierte: "Die CSU ist die dumminierende Kraft geblieben."
(3.3.2008)

Schwere Kraft.
Auch Nachrichten sind immer wieder eine Quelle der Heiterkeit.
Heute zum Beispiel im Radio die Meldung, daß die Amerikaner einen außer Kontrolle geratenen Satelliten mit einer Rakete abgeschossen haben. Die wörtliche Erklärung der Nachrichtenmacher:
"Die USA befürchteten, dass er irgendwann von alleine auf die Erde gestürzt wäre."
Oder auch nicht? Ist das nicht komisch? Da lacht sogar die Schwerkraft! Und Newton in seinem Grab sowieso.
(21.2.2008)

Sehstörung.
In der Debatte um Jugendgewalt mit "Migrationshintergrund" wird von Politiker(inne)n auch geraten, nicht wegzusehen, hinzuschauen. Noch nichts davon gehört, daß der deutsch-orientalische Ruf vorm Zuschlagen/-treten/-stechen so lautet: "Waskuckstdu!!!"?
(13.1.2008)

Vater schafft.
Ein etwas heikles Thema, auf das ich durch Schicksal im Bekanntenkreis aufmerksam wurde: Es gibt Paare, die können Kinder nur bekommen durch Zeugung außerhalb des Körpers, "in Vitro", also im Labor-Glas. Natürlich muß der Vater sein wollende Mann Sperma beisteuern; dazu wird er zwecks Masturbation in eine Kabine geschickt, wo ihn (und jetzt kommt's!) Pornos unterstützen. Nun frage ich mich, warum nimmt man nicht Bilder der auserwählten Mutter? Wie bitte? Das bringt den Erzeuger nicht auf Touren?! Ach so! Na, dann ist es jedenfalls kein guter Anfang, da stimmt doch was nicht.
(11.1.2008)

Trauring aber wahr.
In einer sehr gediegenen öffentlich-rechtlichen Talk-Runde tritt die ziemlich bekannte, kluge und höchst sympathische Bordell-Chefin und Prostitutions-Pionierin Felicitas S. auf und erzählt aus dem Leben. Als sie sagt: "Wir haben damals von der Hand in den Mund gelebt" – da habe ich sofort einen herzlichen Gruß in die Ewigkeit geschickt, zu Sigmund Freud.  
(15.12.2007)

Geschenkt!
Überraschende vorweihnachtliche Zeitungsanzeige der spanischen Stadt Barcelona:
"Schenken Sie sich einen Einkaufsbummel in Barcelona."
Danke für den Tipp. Die müssen ja wissen, daß man sich den schenken kann.
(2.12.2007)

Kopf? Rechnen!
Ich lese einen Kommentar der "Hannoversche Allgemeine Zeitung" zum Bahnstreik. Dort wird die "Deutsche Bahn" so kritisiert: "Wer vor immer neuen Gerichten das Streikrecht anficht, wer den Staat zu Hilfe ruft, wer eine Gewerkschaft mit nur 30.000 Mitgliedern auf fünf Millionen Euro Schadensersatz verklagt - der will ihr an die Existenz." Wie bitte? Kommentatoren, pfeift auf Worte, laßt Zahlen sprechen!
5 Millionen geteilt durch 30.000 macht rund 167 Euro pro Mitglied dieser aufgeplusterten Mini-Gewerkschaft. Und das soll an die Existenz gehen? (Um es dann auch mal so zu sagen: Schön wär's!)
(17.11.2007)

Klima-Zulassungsstelle.
Eben höre ich in den Nachrichten, der UN-Generalsekretär Ban habe gesagt, man dürfe nicht zulassen, daß die Gletscher schmelzen. Sehr gut! Man darf auch nicht zulassen, daß sich die Erde so langsam dreht wie momentan. Wenn sie sich schneller drehte, hätten UN-Generalsekretäre nämlich weniger Zeit, dummes Zeug zu reden.
(11.11.2007)

Unheimlich.
Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Dieselben Leute, die heftigst gegen Jugenderziehungsheime sind, sind genauso heftig für Kinderkrippen. Das ist doch wirklich interessant!
(13.6.2007)

SPD-Nachsitzender.
Die Meinungsforscher von Forsa teilen mit, zwei Drittel der Bundesbürger wüßten nicht, daß Kurt Beck der SPD-Vorsitzende ist. Ja und? Er weiß es doch anscheinend selber nicht.
(12.4.2007)

Sprudelhasser.
Ich kann es nicht mehr hören und lesen:
Die Steuern sprudeln.
Die Steuerquellen sprudeln.
Die Steuereinnahmen sprudeln.
Die Unternehmenssteuern sprudeln.

Und da wir gerade dabei sind:
Jahraus, jahrein, wenn irgendwo irgendeine Messe beginnt, werden in Radio (ja, leider da auch) und Fernsehen die Pforten geöffnet:
Heute öffnet die Hannover-Messe ihre Pforten.
Heute hat die Drupa ihre Pforten geöffnet.
Heute öffnen sich die Pforten der CeBit.
Morgen wird die Fahrradmesse ihre Pforten öffnen.
Entsetzlich, diese stereotype Langweile.

Und da wir gerade dabei sind:
Jahraus, jahrein, wenn irgendwo eine Ausstellung beginnt, wird der Ort in den o.a. Medien zum "Mekka":
Ab heute wird Köln zum Mekka aller Musikliebhaber.
Ab heute wird Frankfurt zum Mekka aller Autofreunde.
Ab heute wird Düsseldorf zum Mekka aller Wassersportler.
Ab heute wird München zum Mekka aller Skiläufer.
Ab heute wird Berlin zum Mekka aller Raver.
etc.
Das ist schlimm wegen fürchterlichster stereotyper schlampiger Sprach- und Phantasielosigkeit. Daß es außerdem die Antipathien gegen Muslime verstärken kann, oder einer schleichenden Islamisierung Vorschub leistet, das kümmert mich, ehrlich gesagt, weniger.
(21.4.2007)

Spendierstaat macht Steuergeschenke.
Hat die SPD den sozialistischen Furz-Ideen von der Allmacht des Staates und der Totalenteignung der Menschen wirklich abgeschworen? Anscheinend nur offiziell. In Hinterkopf & Stammhirn sind die immer noch. Entnehmen wir jedenfalls der Presse, als Wirtschaftsminister Glos zu Ostern von Steuersenkung gesprochen hatte:
„Überall lauern Milliardenrisiken und Herr Glos macht den Spendieronkel“, schimpfte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß gegenüber der PNP ("Passauer Neue Presse"). SPD-Generalsekretär Hubertus Heil monierte, bei Glos’ Steuersenkungsvorschlägen handle es sich um „unfinanzierbare Steuergeschenke“.
Alles klar? Wenn sich der Staat weniger unter den Nagel reißt, ist das: Ein Geschenk von einem Spendieronkel. Wie heißt es in Orwells "1984": "Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke." Die SPD-Spitze ergänzt: Nichts wegnehmen ist ein Geschenk. (Was sind das bloß für Leute!)
(11.4.2007)

Herzlichen Glückwunsch!
Da Gerhard Schröder heute Geburtstag hat: man kann sich doch nur dazu beglückwünschen, daß er nicht mehr Kanzler ist. Und noch viel schöner: Seine Frau ist es auch nicht mehr. 
(7.4.2007)

Ladies first.
Sage doch keiner, es gebe keine Kavaliere mehr.
Diese Meldung der Nachrichten-Agentur AP muss jeden erfreuen, der den Schwund von guten Umgangsformen beklagt:
„62-jähriger Kölner erschießt erst Ehefrau und dann sich selbst.“
So ist es vorbildlich! Frauen und Kinder selbstverständlich zuerst.
(14.2.2007)

Die totale Gewerkschaft. Eitler als die Polizei erlaubt.
Um die „Gewerkschaft der Polizei“ sollte sich mal die Polizei kümmern. Denn was die sich angewöhnt hat und dauernd praktiziert, das gehört zu dem, was eitler, dümmer und schlimmer ist, als die Polizei erlaubt.
Ständig mischt sich der Verein in Fragen ein, die ihn gar nichts angehen. Jetzt wieder bei der Diskussion um einen (nachgerade polizei-)staatlichen Einbruch in PCs der Bürger. So was sei notwendig, tönt der Gewerkschaftsvorsitzende Konrad Freiberg.  Aber was geht denn das eine Gewerkschaft an? Was den Vorsitzenden? - ein Oberschwadronör, der in alles spricht, was nach Kamera und Mikrofon aussieht.
Das ist so, als wenn die IG Metall sich zu Techniken der Elektrostahlerzeugung äußerte oder sich in den Maschinenbau der Ingenieure einmischte. Absurd. Also ganz klar: Die „Gewerkschaft des Polizisten Freiberg“ soll endlich die Klappe halten und sich als Verein um soziale Angelegenheiten und Entlohnung der Mitglieder kümmern. Da hat sie sowieso genug zu tun.
(6.2.2007)

Hartz 10.
Zwei Original-Presse-Meldungen im Namen des Volkes. Kein Kommentar!

1.
Donnerstag, 25. Januar 2007
Ein Arbeitsloser hat in Luxusrestaurants in Düsseldorf wochenlang die Champagnerkorken knallen lassen ohne zu zahlen. Dafür muss er jetzt zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. 
Ohne Geld zu haben hatte er für insgesamt 1600 Euro mindestens 30 Mal gespeist. Das Amtsgericht Düsseldorf wertete das am Mittwoch als 30-fachen Betrug und verurteilte ihn zu zweieinhalb Jahren Haft.
Die Gastro-Tempel hatte der Arbeitslose nach den Mahlzeiten unauffällig verlassen oder dem Personal seine Zahlungsunfähigkeit offenbart.
Vor Gericht gestand der Feinschmecker: "Ich hatte Hunger.“ In eine Imbissbude hätte er nicht gehen können, weil dort sofort bezahlt werden müsse.

2.
Freitag, 26. Januar 2007
Ein umstrittener Justiz-"Deal" hat den früheren VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz vor einer Gefängnisstrafe bewahrt. Das Landgericht Braunschweig verurteilte ihn wegen Untreue und Begünstigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe von 576.000 Euro. 
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Hartz den einflussreichen früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert mit Sonderbonuszahlungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro über zehn Jahre hinweg "bei guter Laune" halten wollte. Dabei habe Hartz eigenmächtig, heimlich und unter Abschaffung von Kontrollmechanismen gehandelt. Zweck sei es gewesen, sich das Wohlwollen des mächtigen Betriebsratschefs zu sichern. Zudem habe Hartz Volkert und dessen früherer Geliebten weitere Zahlungen und Vergünstigungen, darunter teure Reisen, in Höhe von insgesamt rund 600.000 Euro zukommen lassen.
(26.1.2007)

Rien ne va plus.
Der Verleger John Jahr ("Gruner&Jahr") ist gestorben. Wie üblich bei tüchtigen Geschäftsleuten stehen Riesen-Todesanzeigen in den besseren Blättern. John Jahr war auch Gesellschafter der Spielbanken in Hamburg und Wiesbaden. Diese Spielbanken haben Stil und Sinn für feinen Humor - denn was rufen sie dem persönlich haftenden Verstorbenen nach?: "Wir haben viel verloren".
(22.08.2006/16.07)

"Wir schaffen es - ohne Waffen-SS" (Wolfgang Neuss)
Günter Grass hat an seinem Lebensabend bekannt, was er – andere ungeniert von links kritisierend und in den Moral-Senkel stellend – 60 lange Jahre schön für sich behalten hatte: daß er Mitglied der Waffen-SS war. Dazu wäre viel zu sagen. Vorerst nur dies: Hoffentlich kommt jetzt keiner auf die ssuperblöde Idee Gra-SS zu schreiben! Herrje, ist ja schon passiert - und ausgerechnet mir.
(12.08.2006/19.45)

TatüTatoo.
Mit was für Tätowierungen die Leute rumlaufen, sieht man jetzt an heißen Sommertagen erst so richtig. Die Galerie des schlechtesten Primitiv-Geschmacks. Das meiste würde man sich noch nicht mal an die Wand hängen.

Verdi-Versorgung.
In Deutschland können die Bundesländer jetzt über die Ladenöffnungszeiten entscheiden. Wo CDU und FDP regieren, soll es unter der Woche wohl keine Beschränkung mehr geben, Läden können öffnen, wann und so lange sie wollen, auch 24 Stunden rund um die Uhr.
Sofort gab es heftige Kritik von der Dienstleistungs(!!!)gewerkschaft Verdi. „Verlängerte Öffnungszeiten sind nicht notwendig, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen“, sagte ein Verdi-Sprecher laut Frankfurter Allgemeine Zeitung – im Ernst, kein Witz.
Natürlich, ist ja auch klar: Um die „Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen“, reicht es, wenn morgens an den Geschäftsstellen der Gewerkschaft die Lebensmittel für den Tag ausgegeben werden und jeden Freitag die fürs Wochenende. Kleidung und kleinere Elektrogeräte gibt es jedes Vierteljahr im Gewerkschaftsheim, Möbel und Großgeräte halbjährlich auf Antrag, Autos werden in der Reihenfolge des Auftragseingangs bei Verdi zugeteilt. Öffnungszeiten richten sich nach den Vorstellungen der Gewerkschaft und den Bedürfnissen des Personals. Die zu Versorgenden (früher: Kunden/Käufer) haben sich danach zu richten. Sicherstellung der Versorgung ist also ganz einfach! Danke, deutsche Gewerkschaft Verdi!

Mahnsache.
Eine in Düsseldorf erscheinende "Zeitung für Politik und christliche Kultur", im burschikosen Volksmund auch "Rheinische Pest" genannt, verrät kulturelle Feinsinnigkeit nebst historischem Bewußtsein und demonstriert erlesenen politischen Geschmack. Die gemeldeten hohen Besucherzahlen (3,5 Millionen!) im ersten Jahr des mondänen Berliner Stelenfelds zur Erinnerung an die Ermordung der Europäischen Juden (Holocaust) sind ihr folgende Headline wert:
"Das Mahnmal funktioniert"
Toll. Funktioniert. Erst die Vernichtungsmaschine, jetzt das entsprechende Mahnmal. Und die Besucherzahlen! Schon mehr als die Hälfte! Da werden die passenden 6 Millionen ja noch schneller geschafft als ermordet sein.

Neuschrieb & Zwieschreck.
Ich wollte mich über die unselig-blöde Rechtschreibreform ja nicht mehr aufregen, aber per Zufall sehe ich auf der Duden-Homepage ein Beispiel für die (nur!) den Schulen und Behörden 2006 amtlich verordneten Schreibänderungen, "alt" und "neu" gegenübergestellt:
alt                       neu
dabeisein             dabei  sein 
daheim  bleiben    daheimbleiben
Steckt doch mehr hinter der Reform? Ein düsteres Geheimnis? Sollte das Volk damit komplett verrückt und völlig irre gemacht werden? Sieht doch ganz so aus – oder?!

Patridioten.
Der Fernsehsender RTL überträgt das Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring. Ein Sänger trägt die deutsche Nationalhymne (3. Strophe) vor, mit deutlich akzentuiertem, bestens verständlichem Text. Nach dem feierlichen Moment spricht der RTL-Reporter: "Wir hörten gerade die deutsche Nationahymne 'Freude, schöner Götterfunken'." Ja, und am besten dann auch auf türkisch, wie der grüne Gaga-Abgeordnete Ströbele schon allen Ernstes vorgeschlagen hat.

Setzen.
Meldung im Newsletter der Tagesschau  zum 1. Mai: "Tag der Arbeit: Arbeitnehmer müssen zusammen stehen." Wie bitte? Die müssen zusammen stehen, dürfen nicht zusammen sitzen? Ja, das kommt eben von der Rechtschreibreform; gegen die hätte die Gewerkschaft mal streiken sollen.

Tadellösest!
Eine wunderbar tiefsinnige Beobachtung ist hier unbedingt mitzuteilen. Gemacht hat sie der einzigartige Chronist deutscher Geschichte (qua Geschichten) im 20. Jahrhundert – ja klar: Walter Kempowski.
Er hat zu Wendezeiten ein Tagebuch geführt und es unter dem Titel "Hamit – Tagebuch 1990" ("Hamit" ist mundartlich für "Heimat") 2006 veröffentlicht. Kempowski bemerkt, als er Mitteldeutschland (DDR bzw. ehemalige DDR bzw. die neuen Länder) bereist:
"Ich empfinde eine gewisse Scham vor den Einheimischen wegen der Wessis und ihrer Besserwisserei. Die Hiesigen tun das Ihrige dazu. Sie haben jetzt damit angefangen, Schuld und Komplexe in Forderungen aus Beleidigtheit umzuschichten. Sie sitzen vor dem Fernsehapparat, lauern höhnisch darauf, ob die Westdeutschen es wohl schaffen werden, sie wiederaufzurichten. Wenn es ihnen nicht gelingt, dann haben sie irgendwie "gewonnen"."

Äh Ey.
Die Sprache der depravierten Jugend – nicht nur aber vor allem orientalischer Herkunft – ist wirklich echt schrecklich. Zum Beispiel: "Ey, deutsche schweinefleischfressende Schlampe, verpiss dich, ey, mein Bruder f**** deine verf***** Mutter, ey."
Ey? Ey! Das ist doch unmöglich! So geht es nicht! Das muß natürlich mit einem guten deutschen Wort "Äh" heißen oder "Ääähh" usw. Wehret den Anfängen auch sprachlichen Verfalls!

Titan vs. Zwergschau.
Endlich einmal "Titanic" mit dem Kommentar des Autors/Regisseurs James Cameron gesehen. Volle Bestätigung meiner eisbergfesten Ansicht, daß der Mann, der diesen Film vom Stapel ließ, ungefähr 100 mal klüger, gebildeter (auch emotional) und filmkompetenter ist als der deutsche linksintellektuelle Durchschnittskritiker nebst den ältlichen Programmkino-Besuchern, die das öde Zelluloid-Gestammel von Faßbinder, Wenders und Co. immer noch für Filmkunst halten.

Dialog mit dritter Kraft.
Der Maler Jörg Immendorff ist berühmt. Sogar über die Kunst-Szene hinaus. Weniger durch seine (naja: gefälligen gebrauchsgrafischen) Werke als durch persönliches Geschick und dito Eskapaden. Also nicht durch Bilder – sondern durch Bild: Der Maler, der an einer unheilbar tödlichen Krankheit leidet! Der Künstler, der im Luxushotel mit langen Linien Koks und Kompanien käuflicher Damen orgiastisch einige hunderttausend Euros verpulvert!
Achja, seufz: Wie irgendwann alle, die an einer unheilbar tödlichen Krankheit leiden und im Luxushotel mit langen Linien Koks und Kompanien käuflicher Damen orgiastisch einige hunderttausend Euros verpulvert haben, entdeckt Immendorff nun jenes Höhere Wesen, das wir seit Dr. Murkes gesammeltem Schweigen verehren, und bebildert eine Bild-Volksbibel. Schreibt sogar ein Vorwort, das uns erschrecken läßt: Steht es schon so schlimm? Immendorff wörtlich: "Ich habe viele Fehler gemacht. Oft in meinem Leben erging es mir so, daß ich kaum noch einen Ausweg sah. Die Zuversicht, die man aus einem Dialog mit einer – nennen wir es – dritten Kraft ziehen kann, sie ist fast wie ein Kelch. Den man gereicht bekommt, wenn man will."
Der Dialog mit einer dritten Kraft? Der Monolog mit doppelter Kraft? Oder nennen wir es das einfältige Geschreibsel von der Dreifaltigkeit? Hat Immendorff zu tief in den Kelch geschaut und sieht sich nun doppelt? Mit der Kraft der drei Herzen? O Gott! Das ist der Kelch, der uns nun wirklich reicht und hoffentlich mit voller Kraft schnell vorübergeht. Und überhaupt: Wie war das nun mit dem Bilderverbot? Immendorff, Du sollst kein Bildnis machen! Schön wär's.

Pflicht-Bild.
Die Bild-Zeitung schlägt vor, beim Test von Menschen, die Zuwanderung nach Deutschland begehren,
dem niederländischen Beispiel zu folgen. Die cleveren Holländer führen nämlich in ihren Botschaften und Konsulaten einen Pflicht-Film vor, der über Land, Leute, Sitten und Gebräuche rückhaltlos aufklärt; also auch zeigt, daß an den Nordseestränden neben haschischrauchenden Schwulen sogar barbusige Frauen anzutreffen sind. Ob das z.B. muselmanische Männer abschreckt? Egal, die Bild-Zeitung verstehe ich jedenfalls überhaupt nicht. Wieso denn DVD, Film und sowas? Es geht einfacher und billiger: Einwanderungsbewerber müssen eine beliebige Ausgabe der Bild-Zeitung lesen. Das reicht. Das wirkt ganz bestimmt.

Wegen ver.di-Streik dauernd der struppige Gewerkschaftsführer Bsirske im TV. Ein beglückendes Erlebnis. Bsirske! Endlich mal jemand, der so aussieht, wie er heißt.

Alarmbirne.
In einem deutschlandweiten Qualitätsradioprogramm kommt der Sprachfex Dieter E. Zimmer zu Wort, dessen Buch "Wortlupe" bald erscheint und ergo pünktlich Promotion erfährt. Zimmer erklärt, wie es mit dem "Denglischen" ist, daß manch fremdsprachliche Infektion gefährlich sei, weist aber auch darauf hin, daß er nicht alles für bedrohlich halte. Und dann sagt der Sprachwächter wörtlich: "Die wirkliche Alarmglocke, die geht bei mir an, wenn ..." Man reibt sich die Ohren! Die wirkliche Alarmglocke! Geht bei mir an! Ja, geht das denn wirklich an, bei jemandem, der im selben Augenblick Verhunzung und Verarmung der Sprache beklagt? Nicht wirklich. Bei mir läuten da jedenfalls sämtliche Glühbirnen. Wirklich.
P.S.:
Das Gespräch mit Zimmer ist auf der Homepage des Senders nachzulesen. Korrigiert. Dort steht nämlich: "Die wirkliche Alarmglocke geht bei mir, wenn ...". Auch nicht viel besser. Wenn die wirklichen Glocken gehen, wo soll denn das hinführen!

Hannoverkill.
Gerhard Schröder (Sie erinnern sich?: der gelernte Verkäufer und ehemalige Zwischenkanzler) ist Ende Februar 2006 Ehrenbürger von Hannover in Niedersachsen geworden. Da bin ich ja jetzt aber doppelt froh, daß ich Ehrenbürger von Little Rock in Arkansas bin­­­­­­­­. Außerdem: Über welche dieser beiden Städte haben Marilyn Monroe und Jane Russel bekanntlich gesungen? "Two Little Girls From ..."? Ja, genau.

Geflügelte Wörter.
Mit der Vogelgrippe wachsen auch die Fälle gefährlicher, weíl moralisch bedenklicher Zweideutigkeiten. Sagte doch bei einer Talk-TV-Sendung zum Thema ein Experte: "Ich habe keine Angst vor Vögeln!"
Das (un-verschämte) Publikum verstand sofort und grinste breit. Dagegen hilft auch kein Tamiflu.

Duzende Tote.
Auf einer Nachrichten-Seite im Internet sehen wir diese Schlagzeile: "Duzende Tote bei Massenpanik".
Ist ja auch eigentlich klar: Im Tod sind wir alle gleich, und da wäre es doch ein bißchen arg förmlich, wenn man sich siezte – zumal bei einer Massenpanik.
(Andererseits gibt es natürlich Leute, mit denen möchte man nicht per Du sein, auch wenn man tot ist.)

Anal-phabeten.
Es ist ja bekannt, daß ich seit eh und je ein vollkommener Gegner der sog. Rechtschreibreform und ihrer ebenso schimmerlosen wie unverschämten kultusministeriellen Billigung bin. Dabei war mir noch nicht mal klar, daß die Reform auch pornographische Implikationen hatte und z.B. Propagierung häuslicher Gewalt in Texte schmuggelte.
Heute (28.10.2005) meldet nämlich die zuverlässige Tagesschau der ARD, der (zur Beseitigung des gröbsten Unfugs tätige) Rat für deutsche Rechtschreibung habe weitere Änderungen zur Korrektur der Reform empfohlen: »Der Rat empfahl, die Abtrennung von Einzelbuchstaben - etwa "A-bend", rückgängig zu machen. Außerdem sollten Trennungen wie "Urin-stinkt" oder "Anal-phabet" rückgängig gemacht werden. Außerdem schlug der Rat vor, künftig wieder mehr Kommas zu setzen, damit "Sinneinheiten leichter durchschaubar werden". So solle etwa bei dem Satz "Der Mann schlug die Orgel, und seine Frau backte Kuchen" nun zwingend das Komma gesetzt werden.«
Immerhin. Es bricht sich also nicht nur Vernunft, sondern auch Anstand wieder Bahn – wahrscheinlich hängt das ja sowieso zusammen.


Irre Führung.
Am Tag nach der Bundestagswahl ist auf den deutschen Funk-Fernseh-Wellen einiges los. Da hört man zum Beispiel den merkwürdigen Fraktionsvize der SPD, den überkompensierenden verwirrten bürgerlichen Intellektuellen, der die einst proletarische rote Parteifahne zu jeder Jahreszeit als Pullunder (Panzer?) trägt, also Ludwig Stiegler.
Dieser größte Dampfplauderer der Republik sagt im TV-Gespräch: "Das ist eine Irreführungsleistung, die Partei wieder aus dem Tief herauszuholen." Indem ich mich noch wundere, daß der Mann zu solcher Einsicht fähig ist, merke ich, daß er nur falsch betont hat; gemeint war: eine irre Führungsleistung. Aber darüber kann man ja auch nachdenklich werden.

Volle Zucht!
Mit der Vogelgrippe macht sich eine weitere, vielleicht noch gefährlichere Seuche breit: Die schon lange zu beklagende Sexualisierung des Alltags und seiner Sprache, jetzt bis hin in die auch von Kindern und Jugendlichen gehörten Radionachrichten. Da ist doch tatsächlich von Zugvögeln die Rede, als ginge es in S-Bahnen und Regionalzügen nicht schon schlimm genug zu; sogar von Wildvögeln wurde schon ohne jede Zurückhaltung gesprochen. Vorläufiger Höhepunkt heute mittag: Die EU berät über das Einführen von Zuchtvögeln. Das geht entschieden zu weit.

Gelobtes Land!
Doch, doch, die (linke) Linke schätzt Israel. Es ist sogar wichtig für sie. Mit der Kritik am Land kann nämlich auch sie ihrem Antisemitismus frönen.

Unterm Strich.
Da gibt es bei einem Radiosender morgens Börsenberichte, z.B. aus USA. Der Reporter spricht von der "Notenbank", aber bei seiner Aussprache hört es sich an wie "Nuttenbank". Vielleicht denkt er sich was dabei.

Platz!
Die Rheinische Post, eine der größten deutschen Tageszeitungen, erscheint mit der Schlagzeile: "Macht Schröder heute Platz?" Was für eine Frage! Der Kanzler wird doch wohl können, womit auch unsere Hunde (bis auf den Mops) kein Problem haben.

Vernichtend.
Der Chef der Gewerkschaft Bau, Klaus Wiesehügel, der auch schon für die SPD im Bundestag die Hinterbank drücken durfte, der hat offensichtlich den Verstand verloren (so er einen hatte) und sich auf dem Kongreß seiner rapide schrumpfenden Gewerkschaft um Kopf und Kragen geredet. Er wetterte gegen Unternehmer, die Betriebsräte in ihrer Firma verhindern: Solche Unternehmer "sind unsere Feinde. Und Feinde muß man bekämpfen bis hin zur Vernichtung!" Unternehmer vernichten? In Deutschland? Schon wieder mal? Oder hat er seine Gewerkschaft gemeint? Dann wollen wir nichts gesagt haben. Sich selbst vernichten, das darf man ja.

Schwarzsprecher.
Eine besonders schöne Freud'sche Glanzleistung gelingt einem Radio-Moderator: "... und dann gibt es ja noch die Große Koalition, sollte es mit Schwarz-Geld - äh - mit Schwarz-Gelb nicht klappen." Herrlich. 

Neuwahlen?
Ja bitte. Aber diesmal wirklich das Volk.

Plattenbau, ahoi!
Die Cunard-Line signalisiert stolz: "Die Queen Mary 2 ist das größte, längste, höchste und breiteste jemals gebaute Kreuzfahrtschiff."
Stimmt. Aber auch, zumindest von außen, das häßlichste.
Das arme Schiff sieht aus wie Honeckers Plattenbau auf Schiffsrumpf oder eine schwimmende Wohnmaschine der alten Neuen Heimat.

Weinen, los!
Ja, Ocean-Liner, elegante Herrscherinnen der Sieben Meere: auch sie nun dahin, dahin...
Wie hin, das sieht ja schon die normale Landratte auch im dichtesten Kanalnebel. Man vergleiche nur die Queen Mary von 1936 (rechts) mit der obigen Nachfolgerin von 2004. Fortschritt als Niedergang — notabene nicht nur auf See.

In einem Land vor dieser Zeit.
Mein neuerdings ganz spezieller Freund MdB Michael Müller, seines Zeichens einer der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, hat politisch durchaus helle Momente. So am 27.06.2005 im Interview mit dem Deutschlandfunk. Müller dort wörtlich:
"Unser Problem mit Hartz ist eigentlich, dass es nicht in einer Zeit mit wirtschaftlicher Prosperität, also vor allem in den 90er Jahren, als noch eine andere Regierung in Deutschland war, gemacht wurde, sondern dass wir das unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen nachholen."
Nochmal zum Mitschreiben: "In einer Zeit mit wirtschaftlicher Prosperität (...), als noch eine andere Regierung in Deutschland war." Ja, genau, so ist es wohl. Danke für den Hinweis.

Wahl! Da bläst sie!
Im Videotext des Fernsehens steht eine kurze Notiz über die brisante Tagung der Kommission, welche die riesigen Meeressäuger, die Wale also, vor den als Wissenschaftler getarnten Sushi-Messerstechern aus Japan und den verfrorenen Norwegern schützen will. Aber wer denkt nach dem faktischen Untergang von Fischers Gerd an sowas. Deshalb wundert uns die Überschrift der Meldung im TV kein bißchen:
"Wahlfangkommission nimmt Arbeit auf".

Mindestbemittelt.
Aus den Radionachrichten vom 11. Juni 2005:
Müntefering gegen höhere Mehrwertsteuer
(14:39)
Beim Bundeskongress der Jungsozialisten sprach auch der SPD-Vorsitzende Müntefering. Er lehnte noch einmal ab, die Mehrwertsteuer zu erhöhen.(...)
Müntefering sprach sich auch für höhere Lohnabschlüsse aus - zumindest in Branchen, die sich das leisten können. (...)
Zumindest in Branchen, die sich das leisten können?! Am liebsten also auch in denen, die sich das nicht leisten können? Lieber GOtt, bitte nimm den Fluch von diesem Land.

Schrebergrab.
Wenn man mit dem Zug von Düsseldorf kommend Köln erreicht, passiert man einen rechterhand am Bahndamm liegenden Friedhof. Sofort danach eine Schrebergarten-Kolonie. Das Verblüffende: Beide sind zum Verwechseln ähnlich. Im Schrebergarten ersetzen Blockhäuser die Grabsteine, die Grundstücke sind so keimfrei gepflegt als wären die Friedhofsgärtner auch dort am Werk. Gibt es einen inneren Zusammenhang? Sehr wahrscheinlich.

Nachsichten.
Bei einem wichtigen deutschen Radiosender (aber nicht beim WDR!) gibt es eine Nachrichtensprecherin, die immer wieder die apartesten Versprecher liefert. Eine Quelle nie versiegenden Vergnügens!
Letztens zum Beispiel: "... das Denkmal für den Hollycaust ...". Kommt doch einem berühmten Bonmot sehr nahe: "There is no Business like Shoa-Business."
Oder dann dies in den Radio-Nachrichten: "... das Geständnis wurde durch Folker erpreßt ..." Wie wohl der Freund/Mann dieser Sprecherin heißt? Und was hat sie gestehen müssen? Ja, Nachrichten können wirklich spannend sein.

P.S.: Siehe dazu auch "Fremdes Federlesen", darin das entsprechende Wort GOttes!

Pope-Star.
Der neue Papst nennt sich Benedikt XVI. Große Enttäuschung auf der Britischen Insel. Dort hatte man schon beim Ableben von John (englisch für Johannes) Paul I. spezielle Namensvorschläge:
Auf John Paul I. müsse natürlich George Ringo I. folgen, um allen Beatles Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Als es dann jedoch John Paul II. wurde, schlug man vor: J2P2. Wieso, warum? "Star Wars" natürlich: R2D2.

Feucht.
Was müssen wir da über Michael Jackson lesen!?: "Neue Vorwürfe: Jacko hat mit Jungs
geduscht, gebadet!" Ja und? Das macht doch die ganze Bundesliga auch. Jedes Wochenende.

Tumorvoll.
Bild kann es noch! Und wie! GOTTseidank! Sehen wir doch bei Bild-Online folgende Headline:
"Johannes Paul II. Der Papst der Wunder! Krebs weggeküßt?"
Da fällt einem sogleich & gerührt die gute alte Traumschlagzeile des deutschen Boulevard-Journalismus ein: "Deutscher Schäferhund leckt Inge Meysel Brustkrebs weg!" (Ginge natürlich auch mit Mosis Daisy und Mutter Beimer.)

Standardfarbe.
Schlagzeile in meiner bekannten Lieblingsheimatzeitung: "Wählt einen Schwarzen zum Papst!" Ja was/wen denn sonst?!

Dutzendware.
Was ich gegen die grünrote Regierung habe? Gar nichts, wenn sie sich nur dazu entschließen könnte, mit ihrer politischen Kunstfertigkeit Albanien zu regieren oder Nord-Korea. Böse bin ich allerdings auf Wolfgang Clement und Hans Eichel. Die haben mich und viele andere in den den letzten 5 bis 6 Jahren mindestens ein Dutzend Mal mit der Behauptung belästigt, jetzt stehe der "Aufschwung" aber ganz bestimmt und sicher unmittelbar bevor. Wie kann einen das anöden! Und abtörnen – in bloß noch fällige Abscheu.

Ist echt! Echt komisch. Echt traurig.Post Scriptum:
Erfolgreiche Wahlreklame 2002.

Space-Penner.
Die Tageszeitung"Handelsblatt" liefert nach eigener Aussage "die entscheidenden Informationen aus der gesamten Wirtschafts- und Finanzwelt. Aktuell,objektiv, kompetent."
Daran muß man aktuell und objektiv erhebliche Zweifel haben. Denn die Zeitung hat einen TV-Spot geschaltet, den die verantwortliche Agentur ("BBDO Germany") stolzgeschwellt so beschreibt:
Der 40-sekündige Film stellt einenHigh-Tech-Kugelschreiber einem ganz gewöhnlichen Bleistift gegenüber.Der Kommentar zum Kugelschreiber: "Vor dem ersten bemannten Flug in den Weltraum entwickelte die NASA einen Kugelschreiber, der in derSchwerelosigkeit schreiben kann, ohne daß Tinte ausläuft. DieEntwicklungskosten betrugen zwölf Millionen Dollar." Der Kommentar zum Bleistift: "So lösten die Russen das Problem." Es folgt der Claim:"Substanz entscheidet. Handelsblatt."
Wir lernen also: Eine für Wirtschaft und Finanzen kompetente deutsche Zeitung lobt den Verzicht auf Innovation und verulkt Hochleistung von Ingenieuren, die man inzwischen weltweit (Fisher Space Pen) in jedem Schreibwarenladen kaufen kann. Und Bleistift im Weltraum? Wer erfindet dann Bleistiftspitzer und Radiergummi fürs Weltall? Wahrscheinlich die substanzentscheidenden Amerikaner. Die Deutschen lesen ja Handelsblatt, finden Rußland kreativ und füllen die Anträge für Hartz-IV mit demBleistift aus.

Rummelplatzverweis.
Michael Vesper, der grüne Vizepremier in NRW, hat gesagt, Rotgrün befinde sich keinesweg auf Talfahrt, sondern auf einer Achterbahn. Herr Vesper hat also nicht nur von der Krise, sondern auch von Kirmes keine Ahnung. Die Achterbahn führt nämlich auch unweigerlich zu Tale. Daß es zwischendurch mal kurz (und immer kürzer!) aufwärts geht, ändert daran nichts. Also: Vesper wird schon bald am Ziel sein, am Ende der Achterbahnfahrt von Grünrot. Die wäre dann hoffentlich auch das Ende einer Geisterbahnfahrt fürs Volk sowie der fällige Abtritt grüner Schießbudenfiguren.

Life explained.
















                                                   Ausnahmsweise mal ein schönes Bild statt guter Worte. Und ebenso 
                                                   ungewöhnlich: nochnichteinmal von mir. Kam irgendwann aus den
                                                   Weiten des großen Netzwerkes zu mir. Leider weiß ich nicht, wer uns
                                                   diese wahre und köstlichst erhellende Freude gemacht hat. Ihm oder
                                                   Ihr sei jedenfalls ewig herzlichst gedankt! Endlich blickt man durch!

Weg&fegen.
Bundespräsident Horst Köhler hat in seiner Philippika gegen die dilettantisch herrschende Politik (aber auch Wirtschaft und Interessen-Verbände) an einen anderen Präsidenten erinnert: John F. Kennedy habe oft das Raumfahrtzentrum von Cape Canaveral besucht. Bei einem der Besuche sei er auf einen Mann getroffen, der eine Halle fegte. Kennedy habe gefragt: "Und was ist Ihr Job hier?!“ Der Mann habe geantwortet: "Einen Menschen auf den Mond bringen, Mr. President.“ Toll! Bei mir ein Moment der Rührung, der wiederum wärmsten Sympathie für diesen amerikanischen Weg/Way, die Dinge anzupacken und zu sehen. Und dann der Gedanke: Wäre es nicht an der Zeit, Gerd Schröder mitsamt seinem Kabinett mal zum Fegen von Hallen zu schicken?


Übernommen.
Der beliebte/beleibte Minister des Äußersten, Joseph (genannt Joschka) Fischer, hat für die Visa- und Schleuserschlamperei, die in seinem Ministerium über Jahre hartnäckigst verbrochen wurde, großspurig "die Verantwortung" übernommen. Ja und? Was heißt das? "Ich übernehme die Verantwortung" - und das war's dann? Was macht er damit, wo tut er die übernommene Verantwortung hin? In die Gesäßtasche? Ins Regal mit den Nachschlagewerken des autoditaktischen* Straßenkämpfers a.D.? Zu den Yoghurts in den Kühlschrank? Untern Teppich? In den Keller? Oder in den Gelben Sack mit dem Grünen Punkt?
Das wird es sein! Dann wird die Verantwortung recycelt und kommt verantwortungslos als Arroganz der Macht wieder zurück.
* (Ja klar,  weiß ich doch!)

Freistuß.
Es ist natürlich immer eine Freude, gut informiert zu werden, aber es gibt Nachrichten, die auch richtig großen Spaß machen. Zum Beispiel diese, die ich mit eigenen Ohren an einem Sonntagmorgen hellwach aus dem Radio vernahm:
"Im Irak haben am Morgen die ersten freien Wahlen seit dem Sturz von Saddam Hussein begonnen..." (etc.)
Bekanntlich gab es ja unter Saddam Hussein andauernd freie Wahlen. Danach haben die Amerikaner sie erstmal verhindert. Oder was soll uns das sagen?


That's life.
Im Phuket ist zu Weihnachten nicht alles zerstört worden. Reporter berichten Verblüffendes: Man hat an Silvester fließendes Wasser, Kanalisation, Strom und Telefon, Essen satt und genug, jenseits des Ufers sind die Geschäfte geöffnet, der Verkehr brummt, an nichts herrscht Mangel, es gibt unversehrte Hotels und glückliche Urlauber. Einer, der sich auf der Terrasse sonnte, wurde gefragt, ob ihn der Lärm der Aufräumarbeiten nicht störe, der Bagger, der nebenan Tod und Trümmer  wegräume. Die unvergeßliche Antwort des deutschen Urlaubers: "Damit muß man leben."

Terrorium.
Ob das große Unglück rund um den Indischen Ozean auch die Hirne zuhause beschädigt? Meinte doch ein Kommentator, dies sei "ein Terrorakt der Natur"! So zu denken, das ist auch eine Katastrophe.

Große Qualition.
Unsere Bild-Zeitung kennt sich aus und stellt fest, die Opposition sei derzeit nicht regierungsfähig. Das ist schlimm. Aber noch schlimmer: Die Regierung ist es auch nicht.

Fertig.
Der Fernsehreporter berichtet vom Baufortschritt des Holocaustbetonstelengedenkfelds in Berlin und verheißt: "Im Mai wird dann das Mahnmal in seiner Endarchitektur fertig sein." Endarchitektur? Endarchitektur! Geschickt, diese Variante von Endlösung. Da muß man erst mal drauf kommen.

Kinderschreck.
Eine alte Dame schreibt der F.A.Z., sie gehöre zu den vielen "Kleinrentnern", die sich auf kulturellem Gebiet nichts mehr leisten könnten; kein Schauspiel, keine Oper, noch nicht mal mehr die F.A.Z.. Verzichten müsse man auch auf gute, gesunde Nahrungsmittel wie Orangensaft und sitze mit dicken Pullovern in ungeheizten Wohnzimmern. Die Dame findet das ungerecht, denn sie habe doch vier Kinder allein großgezogen, alle hätten das Abitur gemacht, zwei dann noch studiert, alle arbeiteten und zahlten hohe Sozialbeiträge ein. Böser Staat! Brave Kinder! Die Mutter, die lassen sie zwar ohne gesunden Orangensaft und ungeheizt sitzen, aber schließlich zahlen sie ja ein. Im Sozialstaat die Hauptsache.

Watt ihr volt.
Im Lichte der ebenso merkwürdigen wie großzügigen Zahlungen an Politiker (Hejo Arentz, Laurenz Meyer und wer/was noch so rauskommt) versteht man endlich ganz genau, warum z.B. der Energiekonzern RWE auch wie folgt genannt wird: "Versorgungsunternehmen". Das Motto dieser umweltbewußten politischen Landschaftspflege liegt auf der Hand: "Bei uns kommt das Geld aus der Steckdose". Sogar das RWE-Logo, das begreift man nun erst richtig in seiner ganzen, lobenswert ehrlichen Aussagekraft: Diese eine Hand wäscht die anderen.

Naturwunder.
Auch das noch: Gerade wieder das eMail-Fach von Spam und Junk gesäubert. Es ist die Pest. Aber trotzdem etwas Amüsierliches gesehen, nämlich folgende Werbung, die uns ernsthaft – und ohne mit der Wimper zu zucken – verheißt: "Natürliche Penisvergrößerung ist möglich." Als ob wir das nicht wüßten!

Bestechend.
Die SPD macht einen guten Vorschlag: Unternehmen, die an Korruption beteiligt waren, sollen keine öffentlichen Aufträge mehr bekommen. Mein Vorschlag ist noch besser: ... und Parteien, die daran beteiligt waren, sollen keine Steuergelder mehr bekommen.

Sing-Sing.
Dieter Bohlen, ungeheuer erfolgreicher und (oft sehr witzig!) modern talkender Musikmacher & Macho, ist manchen Menschen echt verhaßt. Und dafür hat er sich einen megagefährlichen Wohnort ausgesucht: Tötensen! Ausgerechnet! Das könnte auch als Imperativ mißverstanden werden.

Aus.
Ach, meine inniggeliebten Radio-Nachrichten! Letztens wieder so ein Kunststück, wörtlich: "Der SPD-Vorsitzende schloß Parteiausschlüsse nicht aus."

Geilige Nacht.
Das wäre ja noch schöner, wenn das Kind in der Krippe ruhig schlafen könnte und an Heiligabend Friede auf Erden und im deutschen Fernsehn wäre! RTL 2 sendet am 24.12. ungerührt: "Bruce Lee - Die Todeskralle schlägt wieder zu". Ochs und Esel werden geschlachtet, die Engel fallen aus allen Wolken und stürzen sich zu Tode, Maria und Josef prügeln sich grün und blau, die Hirten sind mit ihren Herden auf panischer Flucht, der Weihnachtsstern wird vom Himmel geschossen, worauf die Heiligen Drei Könige sich heillos verirren und nie wieder gesehen werden. Nur der Himmlische Vater bleibt cool und holt Jesus aus der bedenklich wackelnden Krippe wieder zu sich. Der Stall steht in Flammen, Bethlehem liegt in Trümmern, Bruce Lee hat gewonnen. Wie könnte es auch anders sein!

Fußkranker Geist.
In der "Neuen Zürcher Zeitung" wird eine Erklärung des Verbandes deutscher Schriftsteller zum Terror zitiert: "Gerade die deutschen Schriftsteller müssen sich den von der Regierung Bush ausgehenden Kampagnen, ganze Völker und Regionen für die Terror-Attentate vom 11. September verantwortlich zu machen, nachdrücklich widersetzen..., damit der Geist vom 9. November 1938 nie wieder Fuß fassen kann."
Ich glaube das nicht. Ich glaube trotz allem nicht, daß deutsche Schriftsteller so etwas schreiben:
"…damit der Geist … nie wieder Fuß fassen kann“! Ach so, in dem Verband sind fast gar keine Schriftsteller mehr, sondern eigentlich nur noch schreibende bzw. diktierende Gewerkschaftsfunktionäre? Ja dann! Dann kann das natürlich doch sein: Politischer Schwachsinn plus Stilblüte.

Kinderleicht.
So wie der Bundeskanzler Gerhard Schröder & Frau Doris ihr russisches Adoptivkind bekommen haben, so hätte kein gewöhnliches deutsches Paar legal adoptieren können. Da möchte man doch glatt folgende Headline schreiben: "Wladimir Putin schenkt dem Kanzler ein Kind". Tun wir aber nicht; der Kanzler möchte das übelnehmen.

From Russia With Love.
Zapperlot: Der russische Volksmund ist mir dicht auf den Fersen. Eben berichtet der Kollege Hermann Krause aus Moskau, daß man dort über die Freundschaft von Putin & Schröder frotzele: die sei so innig, die beiden hätten sogar schon ein Kind. Nicht schlecht. Aber der russische Witz hat ja auch ein mächtiges Diktatur-Doping genossen. Genossen? Hinter sich, Genossen!

Heute: Das Märchenjournal.
Das ZDF, der Fernsehveranstalter, der ein Auge zudrückt, weil man mit dem zweiten angeblich besser sieht, versucht krampfhaft, jüngere Zuschauer zu gewinnen. Allerdings schüttet man das Kind mit dem Bade ein und läßt eine blauäugige Frau namens Marietta Slomka das Weltgeschehen im "heute-journal" erklären, und zwar in einer Manier, die an den Kinder- und Schulfunk in einem Land vor unserer Zeit erinnert. Die Frau schlägt mit gespenstisch-starrem Blick (der Teleprompter?) einen Märchenerzählton an, der nicht nur die Weltpolitik, sondern auch gleich das Publikum infantilisiert. Übers Weltklima wird von der Märchentante moderiert, als ob man Kindern Punkt für Punkt erklärt, wie man die Schuhe zubindet, über Wirtschaftskrise, als müsse man den lieben Kleinen beibringen, warum Oma nicht mehr bei uns ist. Statt "Liebe Zuschauer" könnte sie auch gleich "Liebe Kinder" sagen, Onkel Joschka und Tante Schmidt, könnte vom bösen Vetter George und seiner strengen Klavierlehrerin Condoleeza fabulieren, vor der Hexe Angela warnen und den bösen Räubern, die den Irak überfallen haben. Aber Spaß beiseite: Das ist nicht niedlich, das ist eine Zumutung. Selbst die Kinder von heute, die das versehentlich hörten und sähen, würden sich bedanken und lieber beide Augen aufmachen.

Climax.
Die Hybris der Menschheit ist beängstigend. Jetzt will sie sogar schon den Klimawandel gemacht haben!

Halbtraum.
Es gibt auch auf der deutschen Comedy-Müllhalde manche Perle. Unvergessen ist mir aus RTL-Samstagnacht die folgende Nachricht: "Die Bundesregierung hat beschlossen, die Arbeitslosenzahl zu halbieren. Sie heißt jetzt nur noch Osenzahl." – Schön daran ist auch, daß man das seit Kohl erzählen kann und vielleicht sogar noch nach Schröder.

Eidos.
Beim Frühstück, den Eierlöffel in der Hand, lesen wir: "Genforscher haben das Erbgut des Huhns entschlüsselt. Eines der Ergebnisse: Noch vor 310 Millionen Jahren hatten Mensch und Huhn einen gemeinsamen Vorfahren." Wer war das? Das Ei? Oder die Henne?

Wortschritt.
Die frühere Terroristin Silke Maier-Witt arbeitet jetzt im Kosovo, für Frieden und Frauen. In einem Radio-Interview sagte sie: "Wenn die sich da gegen Gewalt aussprechen, dann wäre das..." – ja, was wohl?! – "...dann wäre das ein gewaltiger Schritt." Es steckt eben drin.

Schwarzseher.
Auch darauf muß man erstmal kommen! Da prangte auf der Titelseite der Frühstückszeitung die fette Schlagzeile: „Lichtblick für Afrika". Und worum ging es? Um eine Sonnenfinsternis! Wie gesagt, darauf muß man erstmal kommen.

Königsweg.
Als Niederländer muß man nicht Monarchist sein, aber mit klugen Königinnen (Juliana, Beatrix) fällt das ganz leicht.
Mir zum Beispiel. Ich bin seit je überzeugter Anhänger der (konstitutionellen, also republikanisch melangierten) Monarchie. Warum? Weil sie für überparteiliche Kontinuität und mehr Zusammenhalt sorgt. Weil sie Frauen, ohne mit der Wimper zu zucken, schon seit je zu Staatsoberhäuptern macht ­­­­­– was die entmonarchisierten Demokratien nur in rarsten Ausnahmefällen zustandebringen (Schande!).
Jetzt habe ich einen dritten, rasant überzeugenden Grund gelernt, und zwar durch Otto von Habsburg, ältester Sohn des letzten Kaisers von Österreich. Der erzählt: "Theodore Roosevelt hat einmal Kaiser Franz-Josef gefragt, was eine Monarchie in der modernen Welt zu suchen habe. Er antwortete: 'Das Volk vor seiner Regierung schützen!'"

Einwend.
Pisa zeigt die Defizite der Schüler? Ginge es um die Defizite der sogenannten Kultus-, Schul- und Bildungsminister (unter Anführung der eindeutig schimmerlosen Vorsitzenden Frau Ahnen), wäre der gleichnamige Turm nicht schief, sondern läge eingestürzt flach unter der Krume. Diese Laienspielgruppe erklärt uns beispielsweise und schamlos: daß es rechtschreibreformiert aufwändig heißen solle, sei logisch, es hieße ja auch Aufwand. Warum es dann nicht aufwänden, sondern aufwenden heißt, warum dem Einwand nicht einwänden folgt? Zwecklos zu fragen – die Macher und Mitmacher haben doch keine Ahnung von dem, was sie da wie und warum verbrochen haben. Und weil es kompletter Quatsch ist, kann es sinnvolle Antworten auch gar nicht geben. Nur noch Pisa. Und verarschte Schüler. 

Bombanieren.
Gegen Selbstmordattentäter habe ich eigentlich überhaupt nichts. Sie müssen es aber, bitteschön, nur in menschenleeren Gegenden machen.

Geständniss.
Ja, ich gestehe: Am Anfang dieser gründlich verkorksten deutschen Rechtschreibreform war ich guten Willens und wollte auch modern sein. Das hat sich schnell gelegt, als in der Praxis der ganze schreckliche Unfug offenbar wurde. Dann habe ich gedacht, man könne wenigstens das Doppel-S Kuß/Kuss, daß/dass übernehmen. Aber auch falsch. Man darf diesem Schwachsinn nicht den kleinsten Buchstaben reichen. Außerdem ist doch klar, daß ein ß im Text ziemlich gut aussieht.


Neue Serie: *PFUI (Political F*ckin' Unacceptable Incorrect)
Paradiesseits.
"Warum können Adam und Eva keine Chinesen gewesen sein? Weil sie dann nicht den Apfel gegessen hätten sondern die Schlange!" (Anonymes Pfundstück.)

Big.
Viele Freunde und Kollegen können einfach nicht glauben, daß ich ein großer Fan des leider schon verstorbenen Ronald Reagan bin. Dabei sind die Gründe ganz einfach. Hier ist einer: "I am not worried about the deficit. It is big enough to take care of itself." Ronald Reagan wörtlich. Da kann man doch nur hemmungslos bewundern und glücklich sein.

Bigger.
Noch nicht ganz überzeugt? Noch kein Reagan-Fan, so wie ich? Na gut, dann noch ein Zitat, dem Sie normalerweise nicht widerstehen können: "I have left orders to be awakened at any time in case of national emergency, even if I'm in a cabinet meeting." Weltmacht kann eben auch Weltklasse haben.

Vermummungsgebot.
Zum Dritten Advent berichtet ein Korrespondent aus China, daß auch im Reich der Mitte westliche Weihnachtsdekoration mehr und mehr die Tempel des Konsums schmücke. Und gar Wundersames wird uns gesagt: "In Pekinger Kaufhäusern laufen verkleidete Nikoläuse herum." Als was haben sich die Nikoläuse wohl verkleidet? Als Chinesen?

Biggest.
"Abortion is advocated only by persons who have themselves been born." Von wem? Da muß man doch nicht dreimal raten! 

Jesus!
Das Vertrauen in die göttliche Allmacht schwindet rapide. GOtt ist mittlerweile sowas Ähnliches wie Helmut Kohl, kann also eines Tages auch in der dritten Reihe sitzen, während irgendeiner Angela oder Antje gehuldigt wird. Wie weit es mit GOttlosigkeit und Profanierung schon gediehen ist, offenbart eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, in der beschrieben wird, wie sehr sich die Gegend um Nazareth, Bethlehem etc. in den letzten 2000 Jahren verändert hat. Original-Überschrift, sage und schreibe: "Jesus würde das Heilige Land nicht wieder erkennen"!

Köpfchen.  (Aus unserer Serie: *PFUI - Political F*ckin' Unacceptable Incorrect)
Schlagzeile in einer Zeitung mit großen Buchstaben: "Kanzler-Gattin: Streng erziehen". Diese Schröders! Jetzt wird auch noch die SM-Szene becirct!

Aküfi.
Erfolgreiche Vorabendserien werden vom Abkürzungsfimmel liebevoll umbenannt, z.B. GZSZ, also Gute Zeiten - Schlechte Zeiten, oder VL (Verbotene Liebe), aber auch DSDS (Deutschland sucht den Superstar). Der Sender SAT1 soll das gerade noch rechtzeitig bemerkt haben, deshalb wird die neue Soap nicht "Alles nur aus Liebe" heißen. Eigentlich schade.

Badgag.
Was hätte Forrest Gump wohl gesagt, hätte er Irak noch erleben müssen? Ich vermute: "Schiit happens!"

Doll.
Die F.A.Z. meldet: "550 Millionen Menschen leben von nur einem Dollar am Tag". Wie soll das gehen? Wieviel ist 1 Dollar geteilt durch 550 Millionen?

Voll strecken.
In den USA kämpfen zum Tode Verurteilte meist durch alle Instanzen und mit allen Rechtsmitteln gegen die Hinrichtung. Das kann Jahre, sogar Jahrzehnte dauern. Aber "Hängepartie" sollte man das lieber doch nicht nennen.

Status Nazendi.
Sage keiner, die Menschheit mache keinen Fortschritt. Zum Beispiel Gentechnologie und Präimplantationsdiagnostik: Die Nazis konnten das lebensunwerte Leben erst nach der Geburt selektieren. Wir können das jetzt schon vorher.

Herzblatt.
Ich korrigiere die verehrte (ehrlich!) "Bild-Zeitung" nicht gern, das ist ja evtl. auch riskant, aber jetzt muß es mal sein. Wir lesen über den Bundespresseball und die schöne Gefährtin "Minu" unseres Ministers des Äußersten: "Joschka platzt vor Glück! Er hat ordentlich zugelegt (110 Kilo sind schon in Reichweite), doch sein Herz hüpft wie ein junger Straßenkämpfer." So geht es nicht! Straßenkämpfer hüpfen nicht. Straßenkämpfer schlagen heftig. Wie ein Herz eben.

Bruchstabe.
What a difference a day makes - und ein Buchstabe auch. Letztens, beim Videotext-Gucken, durchfuhr mich der Blitz der Sensation. Ich las: "CDU-Vorstand stürzt Merkel". Beim zweiten Blick war's anders: "CDU-Vorstand stützt Merkel". Wahrscheinlich ist es politisch auch immer nur so haarscharf.

Ei(se)nbahn.
Der fürs Maut-Lustspiel verantwortliche ehemalige Verkehrsminister Bodewig hatte auch mal verkündet: "Bei der Bahn wird es keinen Richtungswechsel geben." Man stelle sich vor!

Jugend forsch.
Wo sind sie geblieben, die alten Fehden und Riesenschlägereien zwischen Jugendbanden ("Romeo und Julia", "West Side Story" usw.)? Gibt es das überhaupt noch? Na klar, sogar institutionalisiert. Die eine Jugendbande heißt "Castor-und-Globalisierungs-Gegner", die andere heißt "Polizei". Oder haben Sie geglaubt, das ganze Theater habe etwas mit Politik zu tun?

Zum Schießen.
Es gibt schon geschmackvolle Formulierungen! Zum Beispiel seinerzeit in den Radio-Nachrichten:
"In Berlin ist der Startschuss für den Bau des Holocaust-Denkmals gefallen."

Wahllos.
Was hat sich nach den Bush-Wahlen (vor allem der ersten) der europäische Dünkel in seiner Ignoranz gespreizt! Wie es denn angehen könne, daß nur wenige Stimmen über den Präsidenten entscheiden oder daß jemand mittels der Wahlmänner-Regelung Präsident werden könne, obwohl er im ganzen Land weniger Stimmen als der Gegner habe. Keine Ahnung herrscht also davon, daß "the winner takes it all" seit je eine urdemokratische Regel z.B. in England ist, wo man locker 40 % aller Wähler, aber keinen einzigen Parlamentssitz bekommen kann. Und das gilt natürlich, was anscheinend überhaupt keiner gemerkt hat, sowieso auch bei jeder Personen-Direktwahl: der Unterlegene wird gar nichts, selbst wenn er/sie 49,5 % der Stimmen hat – sogar im neunmalklug törichten Deutschland ist das so.
Oder unser Bundesrat: Bremen mit ca. 700.000 Einwohnern hat dort 3 Stimmen, NRW mit rund 20 Millionen (fast 30 mal mehr!) Menschen hat 6 Stimmen. Und damit werden bei uns die wichtigsten Gesetze gemacht! Was kann einen der dämliche Hochmut, die komplette Schimmerlosigkeit anöden! Kein Wunder, daß Deutschland, große Töne spuckend und wenig begreifend, mit Abstand den wirklich wichtigen Ländern und Entwicklungen hinterherhinkt.

Wie im Leben.
Vor einiger Zeit haben Kinder auf einem Spielplatz eine Leiche gefunden, ohne Kopf. Enthauptet. Der abgetrennte Schädel war verschwunden. Trotzdem gelang es, die Identität aufzuklären. Es handelte sich, wie die Polizei mitteilte, um einen 35-jährigen, "getrennt lebenden Mann". Ist das nicht unglaublich? Hat schon so gelebt!

Frauenmenschen.
Ja, auch die Partei PDS macht immer wieder Freude. Sagte doch eine kecke junge Abgeordnete in einer Bundestagsdebatte und in vollem Brustton: "Die Frau muß Herr über ihren Körper bleiben." Ach herrje!

Luftlos.
Jahrelang – und ergebnislos! – habe ich nun über die folgende Bemerkung im Leitartikel des Chefredakteurs einer unserer großen Tageszeitungen gegrübelt: "Damit verschulden sie (Politiker) das Vakuum mit, in dem Rattenfänger ihre Flöten blasen." Ich gebe das Problem jetzt einfach mal an Sie weiter: Wie blasen Rattenfänger im Vakuum ihre Flöten? Sachdienliche Hinweise bitte wie immer an hmaessen-at-web.de.

Bombig.
Im ZDF, dem einäugigen Fernsehprogramm, wurde eine afghanische Autorin interviewt, zur Lage der Frauen unter Taliban, Nord-Allianz und Krieg. Danach weist die ZDF-Moderatorin die Zuschauer auf den folgenden Internet-Chat hin: "Da können Sie unseren Gast mit Ihren Fragen bombardieren." Wie sinnig.

Ausredung.
In Europa wird gern behauptet: "Die Amerikaner haben die Indianer ausgerottet." Falsch. Das waren nämlich Europäer. Spanier, Engländer, Franzosen, Skandinavier, Holländer, Iren usw. Und Deutsche auch. Howgh!

Letztes Ding.
Welch tiefschürfende, hochphilosophische Aussagen sich doch hinter scheinbar flapsigen Bemerkungen verbergen können! Hörte ich nämlich neulich jemanden sagen: "Der Tod, das ist das letzte..."

Last Food (Hingericht).
Bis zu 25 Dollar darf ein Todeskandidat in den USA für die Henkersmahlzeit ausgeben. Fast alle Todeskandidaten bestellen sehr üppig. T-Bone-Steak mit Pommes und doppelte Cheeseburger sind nach einer Untersuchung des texanischen Justizministeriums die Lieblingsspeisen der Todeskandidaten. Den größten Appetit aller Todeskandidaten hatte bisher der Mörder Jeffrey Dillingham (auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet). Seine Bestellung: "Ein Cheeseburger mit drei Sorten Käse (Gouda, Chedar und Mozzarella), eine große Portion Pommes, ein Teller Makkaroni mit Käse, Lasagne mit zwei Scheiben Knoblauchbrot, drei Stück Zimtgebäck, fünf Rühreier, zwei Liter Milch." Ich nehme mal an, der wollte sich einfach totfressen, was ja viele Amerikaner sowieso tun.
Respekt hat mir persönlich der Mörder Victor Feguer (1963 elektrischer Stuhl) abgenötigt. Der Mann hatte Stil und eine obercoole Henkersmahlzeit: Er begnügte sich mit einer schwarzen Olive.

Papperlapur.
Die schwäbische Musik-Gruppe "PUR" ist populär und erfolgreich. Und das, obwohl sie pop-musikalisch am unteren Durchschnitt klampft und die hochgelobten "guten" Texte von Hartmut Engler und Konsorten ein grauenerregendes gymnasiales Gesülze sind. Aber das kommt bei einem Teil der Jugend anscheinend an: Schule, musikalisch untermalt. Nun gut, der Frontmann bzw. Oberlehrer der Truppe, H. Engler, hat beklagt, daß sowas wie "Big Brother" gesendet wird. "Wie soll ich meinen Kindern erklären, daß sie etwas lernen sollen, wenn ihnen vorgeführt wird, daß man sich nur blöd in den Container setzen muß und dabei reich und berühmt werden kann." Okay. Aber wie erklärt dieser Engler seinen Kindern, daß sie etwas lernen sollen, wenn ihnen ihr Vater vorführt, daß man auf der Bühne nur blödes Zeug knödeln muß und dabei reich und berühmt werden kann?! Würde mich echt interessieren.

Schildbürger.
Die Deutschen haben Schwierigkeiten mit dem Raketenabwehrschild der Amerikaner. Und nicht nur politisch. Andauernd wird "das Schutzschild", "das Raketenabwehrschild" etc. der USA geschildert und kritisiert. Dabei kann man "das Schild" bestenfalls irgendwo zur Warnung aufstellen, zum Schutz dient seit immer schon und immer noch "der Schild". Die sprachliche Schlamperei bzw. Inkompetenz ist kein Zufall; sie entspricht der Schimmerlosigkeit in der Sache.


Leise aufs Auge!
Bärbel Schäfer, die ehemals nachmittags bei RTL Prols aufwiegelnde Freundin und jetzige Ehefrau vom Kleininquisitor Michel Friedman, die hat einmal in ihrer Talkshow etwas gefragt, was mich grübeln ließ, ob die (sympathische!) Frau nun besonders dämlich oder ziemlich klug ist. Gefragt hat sie nämlich einen Talkgast: "Wie klingt das in Ihren Augen?"

Zugverkehr.
Das schwarz-russische Model, mit dem das blonde Leimener Bum-Bum-Bobbele sich in einer Londoner Wäschekammer mittels natürlicher Methode geclownt hat, versuchte einmal, den folgenreichen Vorgang zu erklären: "Ihn in seiner Erregung zu stoppen, war so unmöglich wie der Versuch, einen Hochgeschwindigkeits-Zug zu stoppen." Wir haben uns bei der Deutschen Bahn erkundigt: Es ist durchaus möglich, auch Hochgeschwindigkeitszüge zu stoppen, z.B. durch das Signal 7 mit der Bedeutung "Halt!". Es gibt sogar ein Vorsignal, nämlich das Signal 9, mit der Bedeutung "Am Hauptsignal ist Halt zu erwarten". Auch die Notbremse tut es selbstverständlich, und äußerstenfalls ein Prellbock. Zu dem darf man sich aber natürlich nicht selber machen, das ist klar.

Bürgschuft.
Daß Kinderschänder und notorische Gewalttäter aus einer laxen Haft wiederholt entfliehen und neue Verbrechen begehen können, empört die Öffentlichkeit. Mit Recht. Es ist schon skandalös, wie beispielsweise verträumte Sachverständige in Komplizenschaft mit einer noch verträumteren Sozialarbeiterfraktion immer wieder solches ermöglichen. Es gibt aber ein ganz einfaches probates und gerechtes Mittel für verantwortlichere Gutachten: Die Gutachter und Betreuer müßten für deren Richtigkeit bürgen, und zwar mit derselben Strafe, die ein solcher Täter für Taten erhält, die er trotz/wegen Gutachtens begehen konnte. Sollen wir wetten, daß die angeblich Sachverständigen völlig anders urteilen, wenn ihnen selber ein Übel droht und nicht nur anderen Leuten und anderer Leute Kinder! Wetten?!

Blonde Leimener.
Was die Schule so anrichtet! Weil die Deutschlehrer Wortschatz beibringen wollen, kreiden sie in den Aufsätzen Wortwiederholungen an. Das führt später auch zu gräßlichsten neurotischen Verkrampfungen in Presse, Funk und Fernsehen. Als da beispielsweise wären: Der blonde Leimener, die Unruheprovinz, das Hamburger Nachrichtenmagazin, der Weimarer Dichterfürst, der schnelle Kerpener, der schwarze Riese, die grüne Insel, der Meister des Suspense, der Alte aus Rhöndorf, der sturmfeste Niedersachse, das politische Urgestein, der Ferrari-Star, der Herzpionier, die Pythia vom Bodensee, der kühle Bayer, der kleine Schumi, der populärste Ostfriese, die Geißbock-Elf, der Dauerrenner aus Wolfsburg, der sparsame Hesse, der mächtigste Mann der Welt, Jelzins Ziehsohn, die langbeinige Berlinerin, das Sex-Symbol der 60er Jahre, der Cowboy im Weißen Haus, der Promi-Figaro... Alle erkannt?

Schwarz.
Bei Mord und Trauer flattern schwarze Bänder an Autoantennen. In Deutschland. In New York, beim schlimmsten Trauerfall, waren es "Stars and Stripes“. Das sagt nicht alles. Aber viel.

Rot.
Funk und TV melden: "Unter strengster Geheimhaltung ist eine Bundeswehreinheit in den Mittleren Osten aufgebrochen. Das verlautete aus dem Verteidigungsministerium." Wundert sich da jemand, daß Terroristen so gern in Deutschland schlafen?

Goldig.
Jedes Jahr sterben in Deutschland 10.000 Menschen im Auto, 100.000 Menschen am Alkohol und noch mal 120.000 wegen Zigaretten. Normal. Aber wenn viereinhalb Kühe an BSE erkranken, dann kommt die große Todesangst. Ist das nicht bescheuert?

Freisprech.
Beim Telefon, sogar beim mobilen, gibt es die praktische "Freisprech"-Einrichtung. Ich glaube, manche wünschen sich sowas auch für die Justiz.

Schavansinn.
Trotz Wowereit, Westerwelle, Ole von Beust und Franz Münteferings Tochter: Mit der von der Mehrheitsposition abweichenden Sexualität hat das Land und haben Politiker und auch die Journaille immer noch die verklemmtesten echt abartigen Schwierigkeiten. Wie wäre sonst zu erklären, daß der Hinweis auf eine vielleicht lesbische zukünftige Landesmutter als "Schmutzkampagne" verdammt wird?! Homosexualität = Bah? Ist es das? Nicht zu glauben. Und gar nicht gut so.

Harnsträubend.
Einer der schlimmsten Alpträume jedes deutschsprachigen Rundfunk- und Fernsehmenschen ist im Jahre des Herrn 2004 wahr geworden: Der Iran betreibt Uran-Anreicherung! Und es ist passiert, weil passiert, was passieren kann, ich habe es gehört: "Der Iran stoppt die Urin-Anreicherung - pardon ..."  Ähnlich gefürchtet sind übrigens Meldungen mit Gudrun Schaich-Walch. Warum? Das merken Sie schon, wenn Sie die Politikerin laut aussprechen.

Transportlich.
Der Fernsehkanal "Pro 7" hat das Wesen von Castor-Transporten und den dazugehörigen Demonstrationen voll erfaßt. Im Videotext teilte er mit: "Atomtransporte verlaufen planmäßig: Schon 15 Demonstranten verhaftet." Planmäßig eben.

Blondi-Verleihung.
Hätte es in einem Drehbuch gestanden, Bernd Eichinger und andere Produzenten hätten den Autor unter infernalischem Hohngelächter vor die Tür gesetzt. Aber dann geschieht es in Wirklichkeit und das Blut gefriert einem in den Adern: Die Mannschaft vom "Untergang", vom unmöglichen Film über Hitlers letzte Stunde, über das private Ende des wahnsinnigen Massenmörders nebst Entourage, des Führers in Unterdrückung, Bücherverbrennung, Menschenschinderei, Vertreibung, Weltkrieg, Judenverfolgung und Auschwitz und Völkermord erhält als Auszeichnung den/das "Bambi". Als sei nicht das Filmische schon peinlich genug, allen voran der zur bellenden Hitler-Charge mutierte Bruno Ganz, nehmen die Mitmacher von einem Amtsnachfolger des Reichskanzlers a.D. (Helmut Kohl) gerührt diese niedliche vergoldete Kitsch-Trophäe entgegen. Motto "Der Führer ist tierlieb"? Wie hieß Hitlers Lieblingsschäferhund?
Ja, stimmt: Blondi. So sollte man den Preis ab jetzt nennen.

Kussspende.
Der englische Prinz Karl ("Charles") hat durchaus den als typisch geltenden britischen Humor. Wo hat er wohl zum ersten Mal seine langjährig heimliche Gefährtin Camilla öffentlich geküßt? Wo? Auf einem Wohltätigkeitsball... (Apropos: Die Überschrift ist "Neue Deutsche Rechtschreibung".)

Urmenschlich.
Warum scheitern Dikaturen immer? Warum klappt der Kommunismus nicht, warum ist dirigistische Politik von rechts und links fast stets erfolglos, warum erreichen Subventionen ihre Ziele nicht, sondern viel zu oft ganz andere Wirkungen? Warum führen deutsche Gesetze dazu, daß Menschen Geld für den Tankerbau in Korea ausgeben und hoffen, damit Verluste zu machen? Die Antwort liegt in folgender Geschichte, die nicht im Wirtschaftsteil stand, sondern unter "Wissenschaft und Forschung" rubrizierte. Ein Paläontologe suchte in Indonesien nach Spuren von Vormenschen. Eines Tages großer Jubel: Einer der einheimischen Arbeiter brachte ein Knochenstück, und siehe da: Tatsächlich war es von einem Ahnen des heutigen Menschen, millionenjahrealt. Wertvoll! Phantastisch! Der Paläontologe versprach für jedes weitere Fundstück 10 Dollar. Tage später kamen die Arbeiter mit 30 Knochenstücken! Sie hatten ein gefundenes Schulterblatt in eben diese Stücke zerschlagen. Alles klar? Aber ob unsere Politik das auch versteht?

Schlagfertig.
Es ist schön, wenn Menschen dazulernen. Sagte doch neulich im Radio ein Altgrüner zur Debatte über Krieg und Frieden und Terror und Parteiaustritt, er wolle in der Partei bleiben: "Denn wir brauchen einen schlagkräftigen Pazifismus." Was Anderes sagt George W. Bush auch nicht.

Niedermachen.
Was die Politiker von ihrer täglichen Arbeit so halten, das konnte man hören, als die Opposition sich einmal erdreistete, den Vorgänger Horst Köhlers, den immer noch nicht heiliggesprochenen Johannes Rau zu kritisieren: Der Bundespräsident dürfe nicht in die Niederungen der Tagespolitik gezogen werden, wurde gemahnt. Aha! Niederungen! Interessant. Das wollen wir uns gut merken.

Aufmachen.
Meine Lieblingsheimatzeitung (Auflage um die 500.000) kündigt ein kommendes Ereignis so an: "Sofia Loren Überraschungsgast bei Bambi-Verleihung".

Nichts in Sicht.
Aus der heißgeliebten "Bild-Zeitung" erfahren wir (wie immer) Erstaunliches: "US-Marine baut unsichtbares Kriegsschiff." Das kennt man doch aus dem Märchen! Des Kaisers neue Kleider! Stellen Sie sich mal vor, wie das aussieht, wenn das unsichtbare Schiff getauft wird und vom Stapel läuft. Irre. Ich gäbe was darum, das zu sehen.

Ausgelagert.
Unsere Lieblingslokalzeitung verwirrte uns wieder einmal und meldete zufrieden vom Sommerschlussverkauf: "Die Lager sind geräumt." Nanu, hat man etwa Flüchtlinge und Umsiedler im Dutzend billiger verschleudern können? Nein, gemeint waren natürlich die "Läger" der Kaufleute. Das kommt davon, wenn man in der Schule einiges von Politik und gar nichts vom Wirtschaftsleben erfährt. Da wird es eben schwierig mit dem Unterschied von C&A und K&Z.

Ödi muss.
Aus der Inhaltsangabe eines Films: "Der Berg ruft. Dem kann sich auch der Küchenjunge Rudi nicht entziehen. Er setzt alles dran, den Gipfel der Zitadelle zu erobern, obwohl sein Vater dabei umgekommen ist." Obwohl? Weil! Weil!!!

Zwangsneuhose.
Frau Relindis Wüstefeld, 52, muß erwähnt und heftig gelobt werden. Sie ist Leserin der "Rheinischen Post" und hat zur ewigen Diskussion übers fiese wilde Männerpinkeln (an Karneval, Fußball, bei der großen Kirmes etc.) die verblüffendste probate Lösung per Leserbrief beigetragen: "Reißverschlüsse an Männerhosen hinten annähen!" Großartig. Genial! Besser geht’s nicht. Macht vielleicht auch modisch was her.

lechts-rinks.
Der eklatante Mangel an politischer Bildung zeigt sich auch immer wieder, wenn die kleinen Neonazis ihre Hakenkreuze schmieren. Sie schaffen es nämlich fast nie, die richtigrum zu klecksen bzw. zu sprayen. Da hat doch die Schule, auch der Zeichenunterricht, versagt: Wie sieht das denn aus!

F*cken?
Wo haben die Kinder nur immer die Witze her! Aber letztens war ein richtig guter dabei: "Was ist der Unterschied zwischen Ficken und Vögeln? – Ganz einfach: Ficken können nicht fliegen." (Hätte man auch selber drauf kommen können.)

Ja, erstens.
Stand da, aus gegebenem Anlaß, ein Kränzchen herzensbewegter Demonstranten um ein Transparent geschart, auf dem eine bedeutende und erhellende Botschaft geschrieben stand: "Sag Ja zum Frieden! Sag Nein zum Krieg!" Was soll ich da bloß machen? Ich konnte Ja-Sager noch nie leiden.

Alltödlich.
Aus einem der beliebten Tierfilme im Fernsehen: "Der Tod ist etwas Alltägliches in der Arktis." Ja und? Bei uns doch auch. Eigentlich überall.

Ja, zweitens.
Wenn die Amerikaner und ihre Alliierten einst den Aufruf der heutigen deutschen Friedensbewegten beherzigt hätten ("Ja zum Frieden – Nein zum Krieg"), dann hätten sie doch wohl "Ja zu Hitler und Holocaust" und "Nein zu Freiheit und Menschenrechten" gesagt. Oder habe ich da etwa etwas falsch verstanden? Ich bin ja (!) lernwillig.

Blair Kitsch Project.
Ulrike Posche, geschätzte Kollegin von der Illustrierten "Stern" und Biografin des Kanzlers Gerd Schröder, berichtete mal in Form einer anekdotischen Skizze, wie sie sich einst auf einer Reportagereise heftig in den heutigen britischen Premierminister Tony Blair verliebte. Er hat "wunderbare Füße, schöne, weiße Engländerfüße" und trug ein Hemd von Ralph Lauren. Kollegin Posche war in Tonys Sonderzug und harrte der Vorlassung. Und dann löste sich die Spannung; sie schreibt: "Auf der Höhe von Northampton oder Nottingham ließ Blair mich endlich kommen." Soso, okay, aber wie? Heftig? Schnell? Immer wieder? Mit den weißen Engländerfüßen? Ich finde, das sollten Sterngucker und Sexualdemokraten dann doch auch wissen! Don't we?

Hinrichtig?
Ja, in der Tat, es ist schon sehr befremdend, daß die Bush-Männer in Washington gegen Abtreibung aber für Todesstrafe sind. Doch mal ehrlich, ganz im Vertrauen: Ist der haargenau umgekehrte Fall (bei uns guten Menschen) wirklich so viel besser?

Danke, Maestro.
Der wunderbare Klavierkomödiant Victor Borge starb hochbetagt, mit 91 Jahren. Zuvor hatte er unzählige Menschen klug und witzig zum Lachen gebracht und er hat – wie Charlie Chaplin und Ernst Lubitsch und Steven Spielberg – die Nazis mitsamt ihrem geistesgestörten Führer der auch gebührenden Lächerlichkeit preisgegeben. Von Borge stammt nämlich folgendes: "Was ist der Unterschied zwischen einem Hund und einem Nazi? Antwort: Der Nazi hebt den Arm."

Höhnerhaltung.
Bärbel Höhn gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingspolitiker(inne)n, aber dennoch ist mir einmal eine Schlagzeile sehr ans Herz gegangen. Da stand nämlich zu lesen: "Höhn will artgerechte Haltung". Und da muß ich sagen, da hat sie recht, auch Ministerinnen in Nordrhein-Westfalen haben wirklich einen Anspruch auf artgerechte Haltung.

Kritzler.
Es ist schon ein dolles Ding, daß die zwanghaften Kritzler (Klo, Aufzug, Telefonzelle etc.) glauben, sie könnten noch mit einem hingeschmierten "Ficken" Eindruck oder Schock schinden. Lächerlich, kommt inzwischen in jedem zweiten Hollywood-Film vor und täglich im TV. Wie wär's denn mal mit wirklich schrecklichen Wörtern? Zum Beispiel: "Ökosteuer" oder "PUR" oder "Antifa" oder "Wellness" oder "Trittin" oder "Neun Live" oder so.

Dreisprung.
Machen Sie sich keine Sorgen, Auferstehung ist möglich, jedenfalls in Düsseldorf. Denn wie lesen wir kürzlich in unserer Frühstückszeitung: "Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres ist eine Frau vom Parkdeck des Kaufhofs am Wehrhahn in den Tod gesprungen." Ich bin jetzt wirklich gespannt, ob die Frau das noch ein viertes Mal macht.

Hauthentisch.
Ich bin sehr dafür, daß jeder, der sich für Gewalt bei Demos ausspricht (Gorleben, Göteborg, Genua, Globalisierung etc.), probehalber gleich eins aufs Maul kriegt. Damit klar ist, wovon geredet wird.

Sonnig.
Auch so ein Ding aus der Sprachwetterküche: "Morgen scheint neben Wolken auch die Sonne."

Ruck und Roll.
Wie sensibel, wie zivilisiert, wie menschlich unser Land trotz der nachmittäglichen Horror-Talk-Shows geworden ist, das zeigte sich doch schon vor Jahren rührendst bei der Demission des damaligen CDU-Chefs Wolfgang Schäuble. Nirgendwo mochte man von Rücktritt sprechen und schreiben, alle scheuten den komischen Effekt. Die an sich herzlose Presse fand das neue und angemessene Wort für den Rücktritt im Rollstuhl: Der Rückzug.

Platz!hirsch!
Ein lange geheim gehaltener Skandal wurde aufgedeckt! In der deutschen Sprache verbergen sich eindeutige, teils äußerst fragwürdige Befehle. Beispiele gefällig? Asylantenheim, Hindukusch, Hautärzte, Arschbacke, Deutsche Werft Hamburg, Doris Köpf-Schröder, Reit im Winkel, Roter Platz, Hautkranke Studenten, Heimkinder usw. Zu finden sind die unglaublichsten Geheimbefehle in einem bei Eichborn erschienen Buch: "Platz, Hirsch!“ Sehr zu empfehlen! (Natürlich auch deshalb, weil ich einer der Autoren bin – HM)


Selbsthilfe 1.
Letztens sind im tiefsten Asien einige Mitarbeiter der "Welthungerhilfe" verschleppt worden. Etwa von Kannibalen?

Schlageranfall.
Haben Sie das damals gesehen? Diese deutsche Vor-Ausscheidung für den "Grand Prix d'Eurovision"? Den jaulenden Zlatko? Den rappenden Altenpfleger? Den stammelnden Moshammer? Den verstrahlten Wolf Maahn? Die kreischende Siegerin? Den ebenso grauenhaften Rest? Das haben Sie gesehen? Echt? Und dann sind Sie noch hier? Dann sind Sie nicht ausgewandert? Sie haben vielleicht Nerven!

Mieterschmutz.
Letztens klebte wieder einer der selbstgestrickten Wohnungssuchzettel im Stadtteil: "Ehepaar ohne Kinder sucht...". Wer schon so anfängt, dem sollte man überhaupt keine Wohnung vermieten.

Grünzeug.
Was für ein Blödsinn wird zusammengeredet, vor allem in "der Politik". Beispielsweise einmal vom Menschenrechtsbeauftragten im Auswärtigen Amt zu Berlin; der hieß Gerd Poppe, ist ehemaliger DDR-Dissident und Bündnis-Grüner wie sein Chef Joschka F. Und er sagte doch allen Ernstes im Fernsehen, ich dachte, ich hätte sowas wie einen schweren Hörsturz: "Wir wissen natürlich, daß die Taten eines Unrechtsregimes nicht aufgearbeitet werden können mit den Kriterien eines Rechtsstaates." Doch, doch, doch: Nur mit den Kriterien eines Rechtsstaates, einzig und allein mit den Kriterien eines Rechtsstaates!

Selbsthilfe 2.
Selber gesehen, folgende Ankündigung eines Ladens: "Jetzt neu! Mit Selbstbedienungsservice!" Ist das nicht irre!? Beziehungsweise: klasse?

Gasjammer.
Es ist schon unheimlich, wie das mit dem "Freud'schen Versprecher" funktioniert, wie sich das Verdrängte an die Wahrheit durchmogeln kann. Geradezu irrwitziges Exempel im vorletzten Europawahlkampf. Ein Fernsehspot der NPD, die zur braunen Politpampe gehört und der zur Abkürzung NSDAP nur das (oder die) SA fehlt. Der Slogan am Ende des Spots lautete, halten Sie sich fest: "Gas geben, NPD wählen." Das muß man als Neo-Nazi erstmal bringen, das ist wirklich sagenhaft.

Nikonologie.
Vor vielen vielen Jahren kaufte ich mir eine Spiegelreflexkamera, eine Nikon. In der Gebrauchsanleitung stand ein mir unvergeßlicher Satz, nämlich dieser: "Immer wenn Sie etwas mit Gewalt machen müssen, machen Sie etwas falsch." Ja, und das gilt möglicherweise nicht nur für Kameras.

Karawanserei.
Haben Sie das auch schon bemerkt? Wenn irgendeine Messe, also eine Ausstellung, beginnt, dann ist Gift darauf zu nehmen, daß es in Nachrichten und Berichten heißt: "...öffnet die Soundso-Messe ihre Pforten", oder als Variante: "...ihre Tore". Genauso stereotyp geht es dann weiter. Durch die Messen wird nämlich jeder Ausstellungsort zum "Mekka" von irgendwas. Kein Mensch weiß warum, aber Frankfurt wird dann zum "Mekka der Automobilfans", Hintertupfingen wird für die Dauer einer Ausstellung zum "Mekka der Modellbahnfreunde" – usw. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist. Sind wahrscheinlich inzwischen Textbausteine bei Nachrichtenagenturen und in Redaktionen.

Es reicht!
Ach, wie ist der Marcel Reich-Ranicki supergut, wenn er so richtig in Rage gerät! Sein ehrfurchtgebietendes Wort zur sogenannten Rechtschreibreform müßte über den Portalen aller Kultusministerien und mindestens der höheren Lehranstalten eingemeißelt werden: "Eine von Trotteln verursachte Katastrophe."

Schildstörung.
Als Marcel Reich-Ranicki (MRR) den Vorhang für sein Literarisches Quartett endgültig fallen ließ, da gab es wohl kein Medium, das diese historische Tat nicht gewürdigt hätte. Besonders schön unsere Lieblingsheimatzeitung. Dort lasen wir vom Kollegen Literaturkritiker: "Mit zärtlichen Worten konnte MRR Autoren aufs Schild heben..." Soso, naja! Aber man wüsste dann doch zu gern, welches Schild das war. Ein Halteverbotsschild? Das Schild "Abknickende Vorfahrt"? Ein Preisschild? Wir sehen: Auch nach MRR gibt es noch offene Fragen.

Big Spender?
Haben Sie sowas auch schon mal gelesen: "Stoiber will 500 Euro für jedes Kind zahlen." Nein, es geht nicht um das Übliche wie bei Beckenbauer, Becker, Blanco, sondern um Sozialpolitik. Natürlich will nicht der Stoiber das schöne Geld zahlen, so viel hat auch er nicht auf der Lederhosennaht, nein, die Steuerzahler/innen sollen das machen. Einverstanden. Aber daß diese Leute, der Eichel, der Stoiber, der Kanzler, die Merkel, der Rüttgers, die Schmidt etc., also daß diese ganze politische Angestelltenschaft immer wieder so tut, als sei das ihr Geld, als würden sie uns was schenken, das ist dreist und frech: "Wir geben dem Bürger in diesem Jahr...", der Bürger "erhält ein Steuergeschenk" undsoweiter. Das sind Attitüden von Feudalherren. Man merkt's sowieso: Die Republik, die Volksherrschaft wird verdünnisiert.

Dünne Eier.
Politiker wie unser Superwirtschaftsarbeitsminister Wolfgang Clement reden gern von Innovation und Technologie und Ökologie. Dabei fehlt es für all das erstaunlicherweise schon am minimalsten Sachverstand. Sagte nämlich Clement auf die Frage einer Zeitung nach der "überflüssigsten Erfindung" tatsächlich dies: "Der elektrische Eierkocher". Wie werden im Hause Clement wohl die Eier gekocht? Durch stundenlanges Reiben? Durch Ausbrüten? Oder in großen Mengen kochenden Wassers, die kilowattfressend auf einem Herd erhitzt werden? Elektrische Eierkocher kochen dagegen mit der geringstmöglichen Menge Wassers und ergo Energie. Die müßten also von Rotgrün nachgerade zur Pflicht gemacht werden, jedenfalls wenn man da wüßte, was man in Regierungserklärungen etc. so daherredet.

Fehllatio.
Das Schlimmste an den nächtlichen TV-Werbepornos sind nicht die strammstehenden Implantate, sondern die erbarmungswürdigen Schauspielversuche. Die Darstellerinnen beispielsweise können sämtlich nicht mal richtig am eigenen Finger lutschen. Dabei kann das doch jedes Kind!

Volktreffer.
Glück gehabt! Vor einiger Zeit ist ein Asteroid von 50 Metern Durchmesser dicht an der Erde vorbeigeflogen. Hätte er getroffen, hätte es einen Mordsbums und einen kilometergroßen Krater gegeben. Und von dieser Himmelskörpersorte soll es mehrere Tausend geben!
Bemerkte ein britischer Wissenschaftler, trocken wie die sind: "Wir sehen, daß wir hier eine Art Schießstand sind. Bis jetzt haben wir höchstwahrscheinlich einfach nur Glück gehabt." Die Erde als Schießstand – hübsche Vorstellung. Aber welche Stadt sollte dann die Zwölf sein? Ernstgemeinte Vorschläge bitte an hmaessen@web.de.

Wegsehen!
In privaten TV-Programmen liefen Spots "Medien gegen Gewalt", die von urkomischer Doppeldeutigkeit sind. Claim: "Gewalt ist furchtbar. Wegschauen auch." Merken Sie was? Das war eine Kampagne gegens Wegzappen bei Fernsehperlen wie "Flieh oder stirb", "Im Vorhof der Hölle", "Kampfgeschwader 633", "Invasion der Supermutanten", "Death Machine – Monster aus Stahl", "Irrgarten des Schreckens", "Explosion in Cuba", "Die Spur der Schwarzen Bestie", "Hilfeschrei aus dem Jenseits" – alles an einem Samstagabend auf Sendung. Medien gegen Gewalt? Zum Totlachen.

Selbsthilfe 3.
Beschreibung einer Mahlzeit: "Es war so köstlich, so überaus delikat, ich hatte das Gefühl, mich selber zu essen." Klasse, oder? Leider nicht von mir. Ich glaube, der Satz ist von Jean Cocteau.

Schrecklich gut!
Dr. Hannibal Lecter ist hochintelligent, aber sein Darsteller, Anthony Hopkins, wohl auch. Zur Kritik an den Grausamkeiten in "Hannibal“ hat er gesagt, was er für den wahren Schrecken unserer Zeit halte: "Mittelmäßigkeit und genau diese 'political correctness‘.“ Geht mir eigentlich auch so.


Hinweis, ernsthaft:

© Hubert Maessen 1999-2010
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